Erneut gibt Wirtschaftsnobelpreisträger Joseph Stiglitz seinen Kommentar zu Kryptowährungen ab. Wieder fordert er ein Krypto-Verbot. Dabei lassen ihn einige seiner Aussagen wie einen echten Bitcoiner klingen. Was steckt dahinter?

Stiglitz: Bitcoin und Co. verbieten!

Joseph Stiglitz ist studierter Wirtschaftswissenschaftler und Professor an der Columbia-Universität in New York. Seit Jahren äussert er sich immer wieder kritisch über Bitcoin und Kryptowährungen als Ganzes.

In einem Dialog mit dem Spiegel wiederholte er jüngst die Forderung nach einem Krypto-Verbot, welche schon vor Jahren erstmals Verbreitung in den Medien fand.

Macht sie dicht!

Sagt der 79-Jährige, der Bloomberg bereits 2017 erklärte, beim Bitcoin handele es sich bloss um eine Blase.

Es erfüllt keine nützliche Funktion.

Sagte er damals und kommentiert, BTC diene lediglich der Umgehung von Vorschriften. Fünf Jahre später konkretisiert er seine Aussagen bereits.

Kryptowährungen dienen der Geldwäsche?

Der Träger des Alfred-Nobel-Gedächtnispreises für Wirtschaftswissenschaften empfindet Kryptowährungen bloss als schädlich. Diese dienen seiner Erkenntnis nach der Geldwäsche und ermöglichen sie in riesigem Ausmass.

Zusammen mit Immobilien eignen sie sich bestens zu diesem Zweck. Vor allem sein eigenes Heimatland – die USA – seien ein Zentrum der Geldwäsche. Als Beispiel par excellence diene der ehemalige US-Präsident Donald Trump.

So hat er sein Geld verdient!

Erklärt Stiglitz, der offenbar einigen Trugschlüssen aufgesessen ist. Dem Spiegel sagt er über den Bitcoin:

Und nur weil es digital ist, ändert das nichts daran, dass es transparent sein muss.

Tatsächlich fungiert eine Vielzahl der Kryptowährungen über eine transparente Blockchain. Zwar popularisierte Ross Ulbricht Zahlungen mit BTC durch die Adoption auf seinem Darknet-Marktplatz Silk Road, allerdings wurde der Bitcoin auf derartigen Plattformen über die vergangenen Jahre zunehmend verdrängt.

Schuld ist eben die Transparenz der Blockchain, welche die Auswertung sämtlicher Daten zulässt. Insbesondere durch Verbindungen zu verifizierten Konten auf Krypto-Börsen wird diese seit Einführung von KYC im Jahr 2017 zum gefährlichen Honeypot.

Stiglitz befürwortet digitales Geld – missversteht er den Bitcoin?

Wirtschaftswissenschaftler Stiglitz kritisiert den Bitcoin immer wieder für seinen vermeintlichen Nutzen bei illegalen Aktivitäten. In dieser Rolle wird er jedoch längst durch Privacy Coins wie Monero abgelöst.

Der Wandel zu digitalem Geld sei hingegen längst überfällig.

Was ich sagen will ist: Gehen wir von Papier weg, hinein ins 21. Jahrhundert mit einer digitalen Ökonomie.

Ein solches digitales Geld braucht die Möglichkeit zur Überwachung, um illegale Transaktionen zu vermeiden, Finanzbehörden und Zentralbanken effektiver arbeiten zu lassen, aber auch um die Makroökonomie zu verbessern, erklärt er CNBC.

Wenn wir eine effizientere Wirtschaft ohne illegale Aktivitäten haben möchten, müssen wir uns in Richtung eines elektronischen Zahlungsmechanismus bewegen.

CBDCs gehen Stiglitz vielleicht einen Schritt zu weit. Die Chancen, welche digitales Zentralbankgeld einer Regierung geben könnte, lässt er jedenfalls nicht ausser Acht.

Wir müssen einen Weg finden, die Transparenz elektronischer Zahlungsmechanismen ohne die Gefahren der Kontrolle eines Überwachungsstaates zu haben.

Zugleich hält er den US-Dollar für eine sehr gute Währung. Dieser habe sämtliche Attribute, die ein erstklassiges Zahlungsmittel benötigt – anders als Kryptowährungen. Schon allein deshalb sei ein Wandel zu Gunsten von Kryptos unsinnig.

Möglicherweise ist Stiglitz dem Irrglaube aufgesessen, beim Bitcoin handele es sich um eine vertrauliche Währung, deren Zahlungen nicht rückverfolgbar sind. Stiglitz selbst war drei Jahre lang Chefökonom der Weltbank.

Personen aus Kreisen der Finanzbehörden vertreten zumeist vergleichbare Positionen – so auch die EZB-Chefin Christine Lagarde. Schwesterorganisation der Weltbank ist der Internationale Währungsfonds, über dessen kryptofeindliche Aussagen CoinPro wiederholt berichtete.

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