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Kryptoaktien – die Alternative zum Krypto-Direktkauf

von Matthias Nemack

Interessant sind Aktien mit Kryptobezug, weil sie sich in Phasen extremer Kursschwankungen zuletzt weniger volatil entwickelten.

Kryptoaktien – die Alternative zum Krypto-Direktkauf

Vordergründig denken Anleger mit Blick auf den Kryptomarkt, dass im Zusammenhang mit dem Boom digitaler Währungen nur mittels Direktkauf und Derivaten wie Differenzkontrakten Geld zu verdienen ist. Dabei sind dies nur zwei Möglichkeiten, um die Entwicklungen am Markt in Rendite umzuwandeln. Zunehmend bietet auch der Aktienmarkt Chancen. Wer nicht (nur) direkt in Kryptos investieren möchte, findet in den nächsten Abschnitten Anreize. Interessant sind Aktien mit Kryptobezug, weil sie sich in Phasen extremer Kursschwankungen zuletzt weniger volatil entwickelten als Coins wie Bitcoin und Ethereum. Von Vorteil sind Kryptoaktien auch deshalb, weil unerfahrene Anleger meist weniger Berührungsängste haben. Aktien gelten nicht ohne Grund als verständliche Anlageklasse. Wer sich eingehender mit der Materie beschäftigt, kann bei Krypto-bezogenen Wertpapieren im Grunde noch einen Unterschied erkennen.

Und zwar jenen zwischen Unternehmen, die selbst in der einen oder anderen Form die Entwicklung des Marktes mitbestimmen, und solchen Firmen, die ihrerseits als Investor am Markt auftreten.

Teslas milliardenschwerer Bitcoin-Kauf & Musks Einfluss auf den Markt

Eines der derzeit bekanntesten Beispiele für einen Grossinvestor am Kryptomarkt ist Tesla- und SpaceX-Gründer Elon Musk bzw. sein Unternehmen Tesla. Der Elektroautohersteller sicherte sich Anfang 2021 für 1,5 Milliarden US-Dollar Bitcoins und befeuerte so den BTC-Kurs. Musk war später zugleich für einen Einbruch verantwortlich, als er via Twitter Umweltschutzbedenken bezüglich der Krypto-Leitwährung äusserte und ankündigte, Tesla werde die kurz zuvor eingeführte Bitcoin-Zahlungsoption für den Autokauf wieder entfernen. Auch der US-amerikanische Software-Riese MicroStrategy verfügt über grosse Mengen Bitcoins, ebenso der US-Finanzkonzern Galaxy Digital. Mehrfach beeinflusste auch Milliardär Jack Dorsey mit öffentlichen Statements für Kursbewegungen am Markt. Dorseys Unternehmen Square (ebenfalls ein Finanzdienstleister) investierte ebenfalls wiederholt in digitale Währungen.

Krypto-Investments über Fondsanbieter/Vermögensverwalter

Wer den Direktkauf scheut, Kryptowährungen aber indirekt im Portfolio haben möchte, kann zunehmend über Fondsdienstleister in den Markt investieren. Institutionelle Investoren weltweit schwören unter anderem auf Aktien wie die des Grayscale Bitcoin Trust aus dem Hause Grayscale setzen. Auch Privatanleger können bei immer mehr Anbietern über Beteiligungen an positiven Kurstrends digitaler Währungen partizipieren. Längst setzen Fonds nicht mehr nur auf den Bitcoin. Zukünftig werden viele andere Coins und Token eine Rolle spielen. Apropos Fonds: Viele Anleger weltweit warten auf börsengehandelte Fonds (ETFs) – in Kanada gab es bereits Zulassungen, in den USA warten etliche Anbieter in spe auf entsprechende Lizenzen der Aufsichtsbehörde SEC.

Kryptobörsen und Handelsplattformen

Infolge des Booms am Kryptomarkt war es nur eine Frage der Zeit, bis die ersten grossen Börsen den Weg aufs Börsenparkett wagen würden. Eine Vorreiterrolle nimmt die US-Börse Coinbase ein. Die Listung der Coinbase-Aktie an der US-Börse Nasdaq erfolgte als Direktplatzierung am 14. April 2021. Nach dem Marktstart erreichte das Unternehmen rasch eine Marktkapitalisierung von mehr als 100 Milliarden USD. Im Zuge des zeitweisen Bitcoin-Einbruchs verbuchte auch die Aktie ein deutliches Minus. Zuletzt gab es etliche Berichte über andere Börsen, die Coinbase schon bald folgen könnten. Als europäische Pendant sei hier die Aktie der renommierten Bitcoin Group genannt. Das Unternehmen konzentriert sich nicht nur auf Investments in Kryptowährungen; auch in Firmen, die an Blockchain-Projekten arbeiten, investiert der Anbieter. Riot Blockchain aus den USA verfolgt eine vergleichbare Investitionsstrategie und akquirierte beispielsweise Mining-Dienstleister.

Chiphersteller und Technologie-Konzerne

Firmen wie Nvidia, AMD, aber auch IT-Riesen wie Microsoft und IBM haben den Kryptotrend schon früh erkannt. Grafikchips etwa sind ein wesentliches Instrument für das Mining (Schürfen) von Kryptowährungen wie Bitcoin. Ohne leistungsstarke Chips wären auch die Entwicklung von Anwendungen wie Smart Contracts und DApps, wie sie bei vielen auf der Ethereum-Blockchain basierenden Netzwerken zum Einsatz kommen, undenkbar. Durch den Kauf der Aktien der genannten Unternehmen sind Aktionäre also ebenfalls indirekt am Kryptomarkt aktiv. Microsoft übrigens offeriert selbst den Cloud-Service Azure. Dieses System ermöglichte bereits die Entwicklung vieler spannender Blockchain-Konzepte.

Aktien von Mining-Firmen

Marathon Digital aus den USA ist nur Mining-Dienstleister, dessen Wertpapiere schon manchem Anleger stattliche Gewinne bescherten. Die Aktienkurse solcher Unternehmen entwickeln sich in enger Abhängigkeit zu den Kursen der Währungen, die sie schürfen. Gleiches gilt für die oben erwähnten Kryptobörsen, deren Aktienkurse mehr oder weniger stark schwanken, wenn Kryptokurse deutlich steigen oder fallen.

Börsennotierte Unternehmen, die eigene Kryptowährungen „starten“

Der Social-Media-Gigant Facebook kündigte schon vor längeren einen eigenen Stablecoin an. Dies führte zu einigem politischen Widerstand, da viele Staaten eine Destabilisierung ihrer Fiatwährungen fürchten. Zukünftig erwarten viele Experten viele solcher Meldungen und Absichten. Die US-Bank JP Morgan legte bereits ihren JPM Coin auf, um sich die Vorzüge der Blockchain zunutze zu machen. So entwickelt sich im Bankensektor in den kommenden Jahren vermutlich ein eigener Markt, der viele Aktionäre anziehen kann und wohl auch wird.

Wir sehen:

Es gibt eine ganze Reihe von Optionen, um Aktien mit Bezug zum Kryptosektor zu handeln. Sicher ist zudem, dass es in den kommenden Jahren noch viele weitere Aktien-Alternativen geben wird. Wie bei allen Wertpapieren sollten Anleger jedoch nicht nur mit den Chancen, sondern ebenfalls mit den Risiken des Aktienhandels in diesem Kontext vertraut sein. Bei einigen der genannten Aktien fällt der Einfluss der Kryptokurse sehr deutlich aus. Andere Wertpapiere – etwa die von Microsoft oder anderen Krypto- und Blockchain-interessierten Unternehmen wie Google erweisen sich bei Rückschlägen am Kryptomarkt als wertstabiler. Hier gilt wie beim Aktienhandel an sich: Diversifizierung ist für Aktionäre das A und O. Auch und gerade bei Krypto-Aktien.

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