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US-Wahlen 2020: Blockchain soll Fake-News bekämpfen

von Lemmy

Mithilfe der Oracle-Blockchainlösung von Chainlink möchte Everipedia Fake-News identifizieren - gemeinsam mit Associated Press (AP).

Smartphone mit News-App

Heutzutage sind Fehlinformationen und Fake-News im Internet weit verbreitet. Große Technologieunternehmen wie Facebook und Twitter haben bereits versucht, das Problem anzugehen – aber scheinbar mit wenig Erfolg.

Zu diesem Zwecke startete die Blockchain-Firma Everipedia eine Zusammenarbeit mit der Nachrichtenagentur The Associated Press (AP) und Chainlink, einem dezentralen Orakel-Netzwerk. Das Projekt wird es der AP ermöglichen, die US-Wahlergebnisse sicher und transparent auf einer Blockchain zu veröffentlichen.

Kryptografische Signierung von Daten gegen Fake-News

The Associated Press berichtet bereits seit 1848 sowohl auf lokaler als auch auf nationaler Ebene über die US-Wahlen. Nun werden die Wahlergebnisse der AP für das Jahr 2020 in einer Blockchain-Datenbank erfasst – eine echte Premiere für die fast zwei Jahrhunderte alte Nachrichtenagentur. Dabei werden mehr als 7.000 nationale und bundesstaatliche Wahlkampfaufrufe auf einer Blockchain aufgezeichnet.

Blockchains sollen relativ sicher sein, da die Transaktionen von mehreren Knotenpunkten validiert werden. Wenn die Daten jedoch aus einer einzigen Quelle wie Associated Press stammen, ist es etwas schwieriger sicherzustellen, dass die Daten gültig sind. Die Lösung: Associated Press muss die Daten kryptografisch signieren, um zu bestätigen, dass sie tatsächlich von der Organisation stammen. Dies ist allerdings immer noch keine Garantie, da jemand die Kernsysteme des AP hacken oder die zum Signieren der Nachrichten verwendeten Schlüssel gestohlen werden könnten.

Zu diesem Zwecke wird die Blockchain-Lösung von Oracle eingesetzt – Ein Drittanbieterdienst, der als Brücken zwischen Blockchains und der Aussenwelt dienen und die Smart Contracts mit externen Informationen versorgen. Damit sollen Fake-News identifiziert werden.

So wird die korrekte Verarbeitung der Daten sichergestellt

Das Projekt, das aus der Zusammenarbeit mit der bekannten Nachrichtenagentur hervorgegangen ist, ist eines der vielen Blockchain-Abstimmungsprojekte, die derzeit durchgeführt werden. Everipedia wird über die API der Agentur auf die Abstimmungsdaten zugreifen. Um die korrekte Verarbeitung der Daten bei der Implementierung des Projekts sicherzustellen, wird Everipedia den Oracle-Service von Chainlink verwenden. Darüber hinaus hat Everipedia angekündigt, alle Daten im Zusammenhang mit den Wahlen zu veröffentlichen.

Auf technischer Ebene sind Blockchain-Smart-Verträge aus Sicherheitsgründen relativ isoliert. Sie verwenden Oracle-Lösung, um mit der Aussenwelt zu kommunizieren. Etwa um Preis-Feeds, Wetterdaten oder in diesem Fall Nachrichten zu erhalten. Sie stellt eine Verbindung zu herkömmlichen APIs her und leitet die Daten auf sichere Weise an mehrere öffentliche Blockchains weiter.

Fake-News: Blockchain-Journalismus keine Neuheit

Dies ist nicht der erste Versuch, um mithilfe der Blockchain die Nachrichtenquellen zu überprüfen. Im vergangenen Jahr startete die New York Times ihr Blockchain-basiertes News Provenance Project, um Fehlinformationen zu bekämpfen. Dabei werden die Medienquellen und mögliche Änderungen mithilfe der DLT-Technologie (Distributed Ledger Technology) überprüft. Auch das amerikanische Wirtschaftsmagazin Forbes hat eine Zusammenarbeit mit der Blockchain-Journalisten-Plattform Civil gestartet, um Daten zu Beiträgen auf der Blockchain zu speichern.

Der Einsatz der Blockchain-Technologie im Abstimmungsprozess soll es ermöglichen, die Wahldaten unveränderlich und zugänglich darzustellen. Auch die Beteiligung der Blockchain-Technologie an Abstimmungsprojekten ist allerdings keine Neuheit. Da in einigen Bundesstaaten Amerikas die elektronische Abstimmung bereits im vergangenen Jahr verabschiedet wurde, wurde die Wahlen mit Voatz abgehalten – einer Anwendung, die Blockchain-Technologie verwendet.

Blockchain-Wahlen auch in Europa?

Auch Europa hat damit begonnen, Blockchain zu nutzen, um gefälschte Nachrichten zu stoppen. Anfang dieses Jahres gab die italienische Nachrichtenagentur ANSA bekannt, dass sie in Zusammenarbeit mit EY ein Blockchain-System zur Verfolgung von Nachrichten entwickelt hat. Die Lösung ermöglicht es den Lesern, die Herkunft der Nachrichten auf der ANSA-eigenen Website, den zugehörigen Veröffentlichungen und Artikeln zu überprüfen, die an anderer Stelle veröffentlicht wurden, z. B. in sozialen Medien.

Mittlerweile gehören Russland und Estland zu weiteren Ländern, die versucht haben, die Blockchain-Technologie mit Abstimmungsmandat zu kombinieren.

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