Bitcoin galt lange als das Versprechen einer neuen Finanzwelt. Unabhängig von Staaten, geschützt vor Inflation, ein sicherer Hafen in unsicheren Zeiten. Doch mit dem jüngsten Kursrückgang bekommt dieses Narrativ Risse. Ausgerechnet jetzt wird die alte Frage neu gestellt: Was ist Bitcoin eigentlich – und was eben nicht?

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Die australische Zeitung «Sydney Morning Herald» zieht eine klare Linie. Bitcoin sei kein «digitales Gold», schreibt das Blatt mit Blick auf die vergangenen Monate. Die Kursentwicklung habe gezeigt, dass sich die Kryptowährung anders verhalte als von vielen Befürwortern dargestellt. Weder als Schutz vor Inflation noch als Absicherung gegen geopolitische Risiken oder Währungsabwertung habe Bitcoin überzeugt. Während Gold in einem von Unsicherheit geprägten Marktumfeld neue Höchststände erreichte, geriet Bitcoin unter Druck.

Warum Bitcoin plötzlich seinen Mythos verliert

Der Vergleich trifft einen empfindlichen Punkt der Krypto-Debatte. Gold funktioniert seit Jahrhunderten als Krisenwährung, getragen von physischer Knappheit und globalem Vertrauen. Bitcoin hingegen lebt von Erwartungen, Technologie und der Hoffnung auf zukünftige Akzeptanz. In stabilen Marktphasen kann das ein Vorteil sein. In turbulenten Zeiten wirkt es wie ein Verstärker für Nervosität.

Der «Sydney Morning Herald» verweist auch auf die politische Dimension. Donald Trump hatte Bitcoin einst als «digitales Gold» bezeichnet und angekündigt, die USA zur «Krypto-Hauptstadt der Welt» machen zu wollen. Eine strategische Krypto-Reserve aus beschlagnahmten Beständen sollte dieses Signal unterstreichen. Doch politische Unterstützung ersetzt keine Marktmechanik. Wenn Liquidität schwindet und Risikoaversion steigt, werden spekulative Anlagen oft zuerst verkauft.

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Genau dieses Muster scheint sich zuletzt gezeigt zu haben. Der Abverkauf der vergangenen Monate lässt sich nicht auf einen einzelnen Auslöser reduzieren. Steigende Zinsen, Unsicherheit an den Aktienmärkten und Gewinnmitnahmen institutioneller Investoren gelten als mögliche Faktoren. Hinzu kommt ein strukturelles Problem: Bitcoin reagiert weiterhin stark auf globale Liquidität. Fällt diese, sinkt häufig auch der Kurs.

BTC ist kein «digitales Gold»

Das stellt die Erzählung vom digitalen sicheren Hafen infrage. Denn ein Vermögenswert, der in Stressphasen gemeinsam mit Risikoanlagen fällt, erfüllt nicht die klassische Funktion von Gold. Gleichzeitig bedeutet das nicht, dass Bitcoin gescheitert ist. Vielmehr zeigt sich, dass die Kryptowährung eine eigene Anlageklasse bleibt – irgendwo zwischen Technologie, Spekulation und ideologischer Überzeugung.

Gerade darin liegt die Ironie. Bitcoin wurde geschaffen, um unabhängig vom traditionellen Finanzsystem zu sein. Heute bewegt er sich oft im Gleichschritt mit eben jenem System. Für Anleger wird die Einordnung damit schwieriger, aber auch ehrlicher. Der Mythos weicht der Realität eines jungen Marktes, der noch immer seine Rolle sucht.

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Ob Bitcoin eines Tages tatsächlich Eigenschaften eines digitalen Goldes entwickelt, bleibt offen. Der Markt entscheidet darüber, nicht politische Parolen oder Schlagworte. Fest steht nur: Die jüngste Schwächephase hat gezeigt, dass Vertrauen in der Kryptowelt schnell wachsen kann – und ebenso schnell auf die Probe gestellt wird. (mck)

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