Der Programmierer eines Ethereum-Mixers, Alex Pertsev, muss weitere 90 Tage Haft ableisten, nachdem er bereits die letzten zwei Wochen hinter Gittern verbrachte. Hintergrund ist seine Beteiligung bei der Entwicklung des sanktionierten Dienstes Tornado.Cash.

Tornado.Cash: Entwickler Alex Pertsev muss ins Gefängnis

Tornado.Cash ist ein quelloffenes Protokoll. Insofern konnte jede beliebige Person an dessen Entwicklung teilnehmen. Einer der Entwickler und mutmasslicher Mitbegründer der Idee ist der in den Niederlanden lebende Alexey Pertsev.

Am 10. August gab das US-Justizministerium bekannt, den Dienst einer Sanktionsliste hinzuzufügen. Die Folgen sind weitreichend. Betreibern drohe etwa die Beschlagnahme jeglicher in den USA befindlicher Anlagen. Auch die Nutzung durch US-Bürger und Bewohner ist untersagt.

Die angekündigten Massnahmen sind aufgrund der Dezentralität der Idee jedoch nur schwer umsetzbar. Ein leichteres Ziel sind die identifizierbaren Mitwirkenden. Zu denen gehört Pertsev. Er wurde am 12. August in den Niederlanden verhaftet und verbringt seine Zeit seitdem unter Arrest.

Nun ist klar: Der Tornado.Cash-Entwickler muss für mindestens 90 weitere Tage ins Gefängnis – so berichtet Yahoo und beruft sich dabei auf CoinDesk.

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Wie lautet die Anklage? Formelle Begründung bleibt aus

Die niederländische Polizei, die für die Verhaftung Pertsevs verantwortlich ist, gab bislang an, ihn wegen angeblicher Beteiligung an der Geldwäscherei unter Arrest gestellt zu haben. Nun wird jedoch offenkundig, dass eine formelle Begründung seitens der Justiz noch gar nicht existiert.

Unklar ist also nach zwei Wochen der Haft immer noch, warum Pertsev überhaupt unter Freiheitsentzug stellt. Zugleich verweigert die Justiz die Zahlung einer Kaution, die Pertsevs Anwalt forderte.

Der zuständige Richter verlangt eine öffentliche Anhörung innerhalb der nächsten 90 Tage, beschliesst aber auch, dass Pertsev über diesen Zeitraum weiterhin in Haft verbleibt.

Die Finanzeinheit der niederländischen Polizei (FIOD) fügt der Verhaftung hinzu, dass Tornado.Cash keine Überprüfung über die Herkunft der Gelder vorgenommen habe, bevor diese in den Pool des Protokolls eingezahlt wurden.

Tornado.Cash beruht im Wesentlichen auf einem Smart Contract. Blockchain-Analysen auf Protokollebene sind bisher weder vorgesehen, noch überhaupt entwickelt – das erklärt Ethereum-Initiator Vitalik Buterin.

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