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Die grössten Mythen über Bitcoin – was steckt dahinter?

von Matthias Nemack

Aufgrund der Neuartigkeit und der Technik gibt es viele Mythen über Bitcoin. CoinPro.ch hat diese überprüft, was dran ist.

Bitcoin-Mythen

Um den Bitcoin als erste Kryptowährung der Welt ranken sich etliche Gerüchte. Mit der Zeit entstanden zudem viele Mythen über Bitcoin – manche davon durchaus nicht ganz ohne Grund, viele aber sind bei genauerer Betrachtung nicht haltbar. Oder nicht mehr. Denn der Kryptomarkt und der Bereich der Blockchain befinden sich in einem steten Wandel. Und vor allem der Bitcoin selbst als System hat sich seit seiner Einführung Anfang des Jahres 2009 durch den Erfinder Satoshi Nakamoto stetig weiterentwickelt. Deshalb sind viele Kritikpunkte und Mythen, die im System in den ersten Jahren vielleicht durchaus berechtigt waren, inzwischen nur noch bedingt oder gar nicht mehr haltbar.

Mythos 1: Der Bitcoin ist verboten als Investment und Spekulationsobjekt

Es hält sich tapfer die Warnung, der Kauf oder Handel mit der Kryptowährung sei strafbar und kriminell. Hierbei handelt es sich – zumindest in den allermeisten Staaten weltweit – um ein Missverständnis. Interessenten dürfen durchaus Geld in den Coin investieren und auch Gewinne damit erzielen. Korrekt hingegen, dass es in vielen Ländern bisher an klaren Vorschriften für Krypto-Unternehmen und Regulierungsbestimmungen fehlt. Das macht es Kriminellen mitunter leicht, da ohne staatliche Regulierung Betrügern vermeintlich Tür und Tor geöffnet sind. Aber auch dies stimmt inzwischen wegen zunehmender Lizenzierungen und Kontrollen sowie Massnahmen gegen Betrug, Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung. Viele Staaten schaffen nach und nach klare Rahmenbedingungen für den rasant wachsenden Markt. Nicht zu vergessen, dass die Branche selbst verstärkt für Transparenz, Sicherheit und Vertrauen sorgt.

Mythos 2: BTC als Instrument Zahlungsmittel im Dark Web

Zu den wohl grössten Mythen, die gerade normale Anleger von Investitionen in digitale Währungen nach wie vor abschrecken, gehört die Vermutung, der Bitcoin werde ausschliesslich von Kriminellen und im sogenannten Darkweb (auch als „DarkNet“ bekannt) genutzt. Tatsache ist: Die erste Kryptowährung war damals wirklich sehr beliebt bei Cyberkriminellen. Mittlerweile aber sind es für Kriminelle eher die sogenannten Privacy Coins wie Monero, die aufgrund ihrer sehr anonymen Funktionsweise bevorzugt für illegale Transaktionen und Straftaten Verwendung finden. Die zunehmende Akzeptanz im Handel und in vielen anderen Bereichen der realen Welt verliert der Bitcoin seit Jahren bereits das vormals negative Image. Tätern ist der Bitcoin letzten Endes auch zu wenig anonym. Mit dem nötigen technischen Know-how sind illegale Machenschaften innerhalb dieser Blockchain durchaus nachverfolgbar.

Mythos 3: der angeblich so hohe Stromverbrauch beim Bitcoin-Mining

Zunächst einmal sei gesagt: Ja, das Schürfen neuer Bitcoins im Netzwerk durch Miner ist tatsächlich mit einem recht hohen Energieverbrauch verbunden. Mining-Farmen aus China dominieren derzeit den Markt. Und dort stammt Strom nach wie vor oftmals vor allem aus traditionellen Energiequellen. Insbesondere Kohle hat in der Volksrepublik einen hohen Stellenwert. Damit einher geht eine hohe Umweltbelastung. Das Gute aber: Es tut sich weltweit einiges. Mining wird stetig energieeffizienter und damit sparsamer. Die Branche denkt um. Viele grössere Betreiber siedeln sich beispielsweise in Ländern wie Kanada oder Norwegen an, wo Wind- und Wasserkraft schrittweise höhere Marktanteile erreichen. Damit sinken nicht nur die Kosten fürs Mining. Auch die Belastungen für die Umwelt fallen immer geringer aus. Zum „grünen Strom“ kommen technologische Fortschritte bei bei Geräten, die Miner fürs Schürfen verwenden.

So ist der Bitcoin schon heute deutlich nachhaltiger. Und die Entwicklungen schreiten weiter voran, sodass es spätestens durch bereits stattfindende oder geplante Massnahmen in China weiter Verbesserungen in diesem Bereich geben wird.

Mythos 4: Nur Computer-Nerds nutzen Bitcoin und Co.

Früher war der Bitcoin in der Tat weitgehend IT-Insidern vorbehalten. Das weltweit steigende Interesse aber lässt die Währung und ihre Mitbewerber aus den Bereichen der Token und Coins allmählich im sogenannten Mainstream ankommen. In vielen Ländern gibt es inzwischen die Möglichkeit, um an Automaten („ATM“) unterschiedlichster Anbieter Bitcoins kaufen zu können. Einmal mehr ist die Schweiz mit ihrem Kanton Zug als „Crypto Valley“ führend. Darüber hinaus erkennt die Bankenwelt verstärkt die Chancen der Blockchain und ähnlicher Technologien sowie des Bitcoins und artverwandter Währungen, wenn es um schnelle und günstige Transaktionen über Ländergrenzen hinaus geht. Auch viele andere Branchen werden auf die Anwendungsfälle der Blockchain oder Dingen wie Smart Contracts beim Abschluss von Verträgen unterschiedlichster Art aufmerksam. Und so kommen der Bitcoin sukzessive auch bei privaten und gewerblichen Bankkunden an. Die Zahl der (Online-) Händler, die Bitcoin akzeptieren steigt rund um den Globus stetig.

Mythos 5: Die Aufbewahrung des Bitcoins ist zu schwierig und riskant

Auch in diesem Punkt waren Bedenken früher berechtigt. Mit der Zeit aber entstanden viele verschiedene Aufbewahrungsmöglichkeiten. In der Kryptowelt gab es in den vergangenen Monaten wiederholt Kampagnen, die Kunden von Börsen dazu aufriefen, ihre BTC-Bestände von nicht immer optimal geschützten Plattform-Konten (Wallets) abzurufen und auf eigenen digitalen Geldbörsen zu verwahren. Cold Wallets, Hardware-Wallets und viele andere Leistungen entstanden in den vergangenen Jahren als besserer Schutz der Bitcoin-Ersparnisse. So können Anleger ihre Rücklagen durch persönliche Schlüssel, externe Geräte und andere Hilfsmittel sehr wohl gut gegen unbefugte Zugriffe sichern. Börsen und Handelsplätze werben ihrerseits mit Schutzmechanismen wie einer garantierten Einlagensicherung, falls Gelder beispielsweise im Zuge von Hackerangriffen verschwinden.

Mythos 6: Bitcoin-Konten können gehackt werden

Richtig ist: Wer mit seinem persönlichen Daten zu freigiebig umgeht, riskiert auch weiterhin wirtschaftliche Schäden. Durch einen bewussten Umgang mit Zugangsdaten wie Passwörtern und den Einsatz der richtigen Technologie sind Wallets heute nicht weniger sicher als das normale Kreditkarten-, Depot- oder Bankkonto. Auch das Wissen um den richtigen Umgang Scamming, Phishing und anderen virtuellen Gefahren hilft Wallet-Inhabern dabei, die Risiken eines Betrugs und Bitcoin-Diebstahls im eigenen Interesse auf ein Minimum zu reduzieren.

Mythos 7: Der Bitcoin ist kein richtiges Geld und hat keinen realen Gegenwert

War die erste Kryptowährung der Welt zeitweise in der Tat eher ein reines Spekulationsobjekt für sehr risikofreudige Investoren, sieht die Sache heute doch deutlich anders aus. Nicht ohne Grund sehen etliche Analysten im Bitcoin inzwischen als eine Art sicheren Anlagehafen neben Gold und anderen Asset-Klassen. Der Vergleich ist durchaus belastbar. Von Anfang an war der Bestand auf 21.000.000 Bitcoin-Einheiten begrenzt durch den Erfinder. Somit handelt es sich wie bei Edelmetallen und letzten Endes allen Rohstoffen um einen Vermögenswert, dessen Kurs langfristig wohl durch die zunehmende Beliebtheit nur einen Richtung kennen wir: die nach oben. Durch die erwähnte stärkere Akzeptanz im Handel und das immer grössere Interesse bei institutionellen Investoren hat der Coin ausserdem einen immer höheren Gegenwert. Ganz gleich, welche Gegenargumente Skeptiker und Kritiker digitaler Währungen auch vorbringen. Dies gilt übrigens auch für Ethereum, Cardano (als „System der Wissenschaft“) und etliche andere führende Coins.

Mythos 8: Der Bitcoin ist zu volatil

Die Kritik der zu hohen Schwankungsbreite (Volatilität) des Bitcoins ist zeitweise noch immer angebracht. Denn in einigen Momenten gibt es sehr wohl auch binnen kurzer Zeitspannen deutliche Rückschläge oder Ausbrüche nach oben. Gerade die durch COVID-19 ausgelöste Wirtschaftskrise aber ist der beste Beweis dafür, dass die Währung durch die Unabhängigkeit vom traditionellen Geldsystem der Zentralbanken viele Chancen für die Zukunft bieten kann und wird. Auch zeigen die Bewegungen der Kurse in der nahen Vergangenheit, dass Schwankungen gravierenden Ausmasses immer seltener werden. Dies bedeutet allerdings nicht, dass Rendite-hungrige Anleger nicht doch im richtigen Moment durch Kauf und Verkauf den Grundstein für enorme Gewinne legen können.

Unser Fazit zu den Mythen über Bitcoin

Wir sehen also, dass sich eine ganze Reihe von Kritikpunkten zumindest teilweise, oft aber vollständig entkräften lässt, wenn man die Gegebenheiten und Entwicklungen am Markt realistisch und objektiv betrachtet. Und in vielen Bereichen wird der Bitcoin samt seiner Ableger und Konkurrenzsysteme in den kommenden Jahren noch weiter an Bedeutung gewinnen und Probleme aus der frühen Phase der digitalen Währungen hinter sich lassen können.

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