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EU investiert 150 Milliarden Euro in Blockchain- und IT-Technologie

von Semir Cerim

Die EU fördert die Technologieentwicklung mit ca. 150 Mrd. Euro in Technologien wie Blockchain, Dateninfrastruktur, Hochleistungsrechner und Co.

Flaggen der EU vor dem europäischen Parlament

Die Europäische Union (EU) wird im Rahmen eines milliardenschweren Vorstosses zur Förderung der Technologieentwicklung ca. 150 Milliarden Euro in unterschiedliche Technologien wie Blockchain, Dateninfrastruktur und Hochleistungsrechner investieren.

Von der Leyen: Investitionen in digitale Technologien wesentlich für die Region

Laut einem Bloomberg-Bericht plant die Europäische Union Investitionen in Höhe von mehreren Milliarden Euro in die Technologieentwicklung, Blockchain, Dateninfrastruktur und Hochleistungsrechner. Obwohl die Europäische Kommission nicht präzisierte, wie viel in die einzelnen Bereiche investiert wird, soll die Summe etwa 20 % des 750 Milliarden Euro schweren Pandemie-Wiederherstellungsfonds der Region ausmachen, was einer Investition von ca. 150 Milliarden Euro entspricht.

Schweiz – Neue Rechtsreformen im Krypto- und Blockchain-Bereich

Ursula von der Leyen, die Präsidentin der Europäischen Kommission, betonte die Wichtigkeit von Investitionen in digitale Technologien für die gesamte Region. Die Projekte, die in mehreren EU-Ländern organisiert werden, sollen auch die regionale Herstellung von Halbleitern ankurbeln, nachdem ein globaler Mangel die Automobilhersteller in Europa dazu gezwungen hatte, die Produktionslinien zu verlangsamen und teilweise ganz einzustellen.

Die Europäische Kommission wird unter anderem in die folgenden Technologiebereiche investieren:

  • Dateninfrastruktur
  • stromsparende Prozessoren
  • 5G-Kommunikation
  • High Performance Computing
  • sichere Quantenkommunikation
  • öffentliche Verwaltung
  • Blockchain-Dienste
  • digitale Innovation

Bedeutung der Blockchain-Technologie für die EU

Die Blockchain wurde bereits als eine der wichtigsten aufkommenden Technologien identifiziert, die Europas Zukunft prägen könnten. Die EU hat noch im April 2019 die International Association of Trusted Blockchain Applications ins Leben gerufen, um die Einführung von der Distributed-Ledger-Technologie (DLT) in der Region zu unterstützen und zu fördern. Die Blockchain-Technologie ist für die digitale Transformation der Wirtschaft unverzichtbar und Teil des neuen Programms Digital Europe.

Die DLT bietet in vielen Bereichen eine Reihe von Möglichkeiten zur Fehlerbehebung. Die EU ist der Ansicht, dass der ordnungsgemässe Einsatz der Blockchain-Technologie der europäischen Industrie, Wirtschaft und Gesellschaft erhebliche Vorteile bringen könnte. Durch die Schaffung von Vertrauen in Daten auf bisher nicht mögliche Weise kann Blockchain die Art und Weise revolutionieren, wie wir Informationen austauschen und digitale Transaktionen durchführen.

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Gemäss dem Konjunkturprogramm der EU müssen die Mitgliedstaaten mindestens 20 % der Mittel aus dem Mechanismus für den Wiederaufbau für den digitalen Übergang bereitstellen. Die Digitalisierung sowie digitale Lösungen bieten wichtige Chancen und sind der Schlüssel zur Erholung Europas und seiner Wettbewerbsposition in der Weltwirtschaft.

ESMA: Kryptos sind Innovation und Bedrohung zugleich

Die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) bezeichnete Kryptowährungen in ihrem neuen Bericht sowohl als Finanzinnovation als auch als mögliche Bedrohung aufgrund der Kosten des Krypto-Mining. Die Volatilität von Krypto-Assets und die wachsende Popularität von Stablecoins, digitalen Zentralbankwährungen (CBDC) und dezentralisierten Finanzen (defi) erhöhen das Risiko von Kryptowährungen, heisst es in dem ESMA-Bericht.

Die Europäische Zentralbank bereitet sich auf eine zweijährige Untersuchung vor, in der festgestellt werden soll, ob ein digitaler Euro die Bedürfnisse der Europäer erfüllen und dazu beitragen kann, unerwünschte Auswirkungen auf die Geldpolitik und Finanzstabilität zu vermeiden und illegale Aktivitäten zu verhindern. Banken könnten allerdings die Blockchain-Technologie nutzen, um Kosteneinsparungen zu realisieren und die finanzielle Inklusion zu fördern, was das Finanzwesen revolutionieren würde.

IOTA Foundation für das EU-Blockchain-Netzwerk ausgewählt

IOTA, eine Kryptowährung und Open Source Distributed Ledger, wurde von der European Blockchain Partnership (EBP) als einer von sieben Auftragnehmern ausgewählt, um paneuropäische Blockchain-Dienste zu entwickeln und zu verbessern. Die EBP wurde 2018 von allen EU-Mitgliedstaaten gegründet, mit dem Ziel „zusammenzuarbeiten, um das Potenzial von Blockchain-basierten Diensten zum Nutzen der Bürger, der Gesellschaft und der Wirtschaft zu realisieren“, so CEF Digital.

Als Aufseher des IOTA-Netzwerks wird die IOTA Foundation an der ersten Phase des vorkommerziellen Blockchain-Prozesses der EU teilnehmen. In dieser Phase werden neue Distributed-Ledger-Lösungen mit Fokus auf Energieeffizienz und Skalierbarkeit entwickelt. Bei der Auswahl für die nächste Phase könnte IOTA eine der Technologien sein, die mit europäischen Kerndiensten entwickelt und getestet werden.

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Die Realisierung der European Blockchain Services Infrastructure (EBSI) ist das Endziel dieser Partnerschaft: Ein europaweites Netz von Knotenpunkten zur Unterstützung grenzüberschreitender Dienste zwischen Regierungen, Unternehmen und Bürgern. Dies würde die Effizienz und das Vertrauen EU-weiter Transaktionen verbessern, die Umweltauswirkungen Europas verringern und die Mobilität von Bürgern, Unternehmen und Gütern verbessern, erklärt IOTA.

Das Netzwerk befindet sich derzeit in der Aufbauphase und wird auf europäischer Ebene von der Europäischen Kommission und auf nationaler Ebene von den Mitgliedsländern der EBP betrieben. Geplante Anwendungsfälle reichen von der digitalen Verwaltung von Bildungsnachweisen, der Einrichtung vertrauenswürdiger digitaler Prüfpfade und der Rückverfolgbarkeit von Dokumenten, der KMU-Finanzierung, dem Datenaustausch zwischen Behörden bis hin zur digitalen Identifizierung.

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