Mehrere Zentralbanken testen unter Führung der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich eine CBDC. Diese bildete im Testlauf mehrere Fiatwährungen ab, diente erfolgreich als grenzüberschreitendes Zahlungsmittel und basierte dabei auf einer öffentlichen Blockchain. Inzwischen erprobte man sogar Funktionen, die bisher nur aus dem DeFi-Sektor bekannt sind.

Zentralbanken testeten CBDC erfolgreich für diesen Zweck

Mehrere Zentralbanken testeten eine CBDC in Zusammenarbeit erfolgreich. Der Testlauf erfolgte in Kooperation zwischen der Bank für International Zahlungsausgleich (BIZ) und den Zentralbanken der Schweiz, Frankreichs und Singapurs.

Die CBDC bildete dabei den theoretischen Wert des Schweizer Franken, des Euros und des Singapur-Dollars ab. Die BIZ bezeichnet die digitale Zentralbankwährung in einem Bericht als wCBDC. Der Buchstabe W steht für “Wholesale” und weist auf den Gebrauch durch Institutionen hin.

Durch die Erprobung stellte man die Funktion automatisierter Market Maker – sogenannter AMMs – in der Praxis sicher. Diese seien etwa für grenzüberschreitendes Trading oder Interbankenhandel interessant. Ausserdem testete man grenzüberschreitende Zahlungen zwischen Banken.

Das Projekt, dem man den Namen Mariana gab, setzte dabei auf einen “gebräuchlichen Token-Standard einer öffentlichen Blockchain”. Dieser Standard sei “mit mehreren lokalen Zahlungs- und Verrechnungssystemen teilnehmender Banken kompatibel”.

Wie aus einer ausführlichen Erklärung hervorgeht, handelt es sich dabei um den auf Ethereum basierenden Token-Standard ERC-20.

Laut Cecilia Skingsley, die den Sektor “Innovation” innerhalb der BIZ leitet, erinnern die Funktionen der AMMs an DEXs, die in der Kryptobranche bereits bekannt und beliebt sind. Sie erlauben Nutzern den vertrauenslosen Handel mit verschiedenen Kryptos.

«Das Projekt nutzte sogar Smart Contracts, um es den Zentralbanken zu ermöglichen, ihre wCBDC zu verwalten, ohne die zugrunde liegende Plattform direkt bedienen oder kontrollieren zu müssen”, heisst es im Bericht.

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Plant die Schweizerische Nationalbank SNB doch eine CBDC?

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) gab in der Vergangenheit bekannt, dass eine CBDC für Endverbraucher nicht geplant sei und die Idee die Verantwortlichen bisher nicht überzeugt.

Denkbar sei ein derartiges System laut SNB jedoch für institutionelle Kunden. Banken sollen dadurch schneller und kostengünstiger Werte untereinander verschieben können. Projekt Mariana erprobte unter Teilnahme der SNB jedoch auch Funktionen, die für Endkunden interessant sein könnten.

In der Presseerklärung der BIZ heisst es dazu explizit:

Das Projekt ist rein experimentell und bedeutet nicht, dass eine der beteiligten Zentralbanken beabsichtigt, CBDC auszugeben oder DeFi oder eine bestimmte andere technische Lösung zu unterstützen.

Demnach dürfte sich die Position der SNB durch die Teilnahme nicht geändert haben. Bereits vor Projekt Mariana vertraten die anderen Teilnehmer eine gegenteilige Position. Die Arbeit am digitalen Euro schreitet bereits voran.

Auch Singapur führt neben Mariana noch weitere Projekte zur Erprobung einer digitalen Zentralbankwährung. Mit Ubin+ findet derzeit sogar ein Pilotprojekt statt.

Andere Länder der Erde führten CBDCs bereits ein. Bekannt sind der chinesische digitale Yuan und der nigerianische eNaira. Erst kürzlich äusserte sich Vitalik Buterin kritisch über digitale Zentralbankwährungen.

Laut dem Ethereum-Erfinder habe die Arbeit der meisten Regierungen an CBDCs bisher auf Täuschungen beruht. Die oft versprochene Neutralität und Privatsphäre sei in den meisten Fällen nicht gewahrt.

Stattdessen handele es sich um eine Bedrohung für die Privatsphäre und die finanzielle Freiheit der Endverbraucher. Der kanadische Staatsbürger stimmt damit kritischen Stimmen der Krypto-Szene zu, die CBDCs prinzipiell ablehnen.

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