Der Zahlungsdienstleister PayPal wuchs während der Corona-Krise so stark wie nie zuvor. Laut Vorstandschef Dan Schulman habe das Unternehmen weiterhin ehrgeizige Pläne und wolle den Rückenwind für den Ausbau einer neuen Super-App nutzen. Wie der PayPal-CEO auf dem virtuellen Investorentag erklärte, soll die PayPal-App Kunden künftig den direkten Einkauf und Geldanlagen sowie zugeschnittene Angebote ermöglichen. Das Interesse seiner Kunden an Kryptowährungen gibt dem Bezahldienstleister zusätzlichen Rückenwind, weshalb PayPal bis 2025 mit einer Verdopplung der Nutzerzahlen rechnet.

Alle Finanzdienstleistungen auf einer Plattform

Mit der geplanten Super-App von Paypal wären alle Finanzdienstleistungen auf einer Plattform verfügbar, so Schulmann. Die Datenanalyse würde durch maschinelles Lernen und künstliche Intelligenz erfolgen und den Kunden individuelle Empfehlungen zur Verfügung stellen. Der PayPal-Chef dürfte seine Vision wohl an die chinesische App Wechat angelehnt haben, denn diese ist eine Verbindung von Bezahldiensten, E-Commerce und sozialen Netzwerken.

Mit starkem Glauben an die Entstehung eines neuen Finanzsystems kündigte Schulman auch eine Zusammenarbeit mit anderen Finanzinstituten an, um den Kunden Investitionen sowohl in Kryptowährungen als auch in Aktien und anderen Vermögenswerte zu ermöglichen.

PayPal CEO startet Krypto-Offensive und sorgt für Bitcoin-Fieber

Laut Berichten von TechCrunch soll es sich bei der geplanten PayPal-App um eine digitale Wallet-Anwendung für Nutzer handeln, deren Entwicklung nur langsam hochgefahren werden soll. PayPal rechnet zunächst mit einer vierteljährlichen Aufstellung neuer Finanzdienstleistungen, Bezahlmethoden und Einkaufstools in den USA. Die in den USA basierte Version soll bestehenden Modellen wie Indiens Paytm, Chinas AliPay und WeChat parieren können. Damit würden die Kundendienste weit über das mobile Bezahlen hinausgehen und mehrere Leistungen vereinen.

Schulman sprach beim Treffen mit den Investoren über die Features der künftigen PayPal-App. Damit sollen Kunden künftig ausserhalb von Zahlungsvorgängen auch miteinander chatten können. Zudem wären ein früherer Zugang zu Direkteinzahlungsfonds sowie Ersparnissen mit hohen Erträgen möglich. Darüber hinaus war auch die Rede von Features wie Rechnungszahlung, Einlösen von Schecks sowie Unterstützung von Kryptowährungen.

Interesse an Krypto-Währungen übertrifft Erwartungen

PayPal möchte auch den Handel mit Kryptowährungen ermöglichen. So loggen sich mehr als die Hälfte der Nutzer täglich mindestens einmal ein, um ihre Kontostände zu prüfen. Das öftere Einloggen in die App will PayPal zum Vorteil ausnutzen und die Aufmerksamkeit der Kunden auch auf andere Angebote der Plattform lenken.

Darüber hinaus müssen PayPal-Nutzer zukünftig nicht die Plattform verlassen, um zu chatten – und vor allem diese Funktion soll PayPal ein grösseres Engagement auf der Plattform bringen, wodurch die durchschnittlichen Einnahmen pro aktivem Konto erhöht werden sollen.

Darüber hinaus möchte das Unternehmen seinen Kunden künftig die Möglichkeit bieten, mit Kryptowährungen zu bezahlen. In den USA können Nutzer seit Oktober gewisse Kryptowährungen kaufen, halten und verkaufen. Mark Britto, PayPals Executive Vice President, nannte zwar keine genauen Zahlen, jedoch beteuerte er, dass das Interesse die Erwartungen weit übertroffen habe.

Krypto-Services auch in Grossbritannien

Da das Krypto-Geschäft für den Zahlungsdienstleister PayPal so gut läuft, wird nun weiter ausgebaut und zunächst Bitcoin-Trading nach Grossbritannien gebracht. Bisher waren Kunden von Paypal nur in der Lage, Kryptowährungen zu kaufen und verkaufen, während Abhebungen nicht möglich waren. Wie es in Sachen Krypto und den Möglichkeiten für User mit der geplanten Super-App aussehen wird, bleibt abzuwarten. Sicher ist jedenfalls, dass Kunden in Grossbritannien schon im August die Möglichkeit bekommen könnten, Kryptowährungen zu kaufen und verkaufen.

Schulman erklärte im Investorencall, dass PayPal mit der Dynamik bei den Krypto-Angeboten weiterhin zufrieden sei und das Unternehmen schrittweise weitere Features hinzufügen werde. Der PayPal-CEO kündigte ebenfalls die Einführung des Tradings in Grossbritannien an und erklärte, dass das Unternehmen derzeit an Überweisungen an Wallets von Drittanbietern arbeite. Nun stehe laut Schulman auch die Integration eines „Kauf mit Krypto“-Features sowie eines fließenden Prozesses für Steuern und Steuererklärungen in den Handel hervor.

CBDCs weiterhin im Fokus von PayPals Krypto-Engagement

Schulman stellte bereits im Februar klar, dass das Hauptaugenmerk in Bezug auf PayPals Krypto-Engagement die Entwicklungen im Bereich der digitalen Zentralbankenwährungen (CBDC) bilden würden. Das Unternehmen denke bereits jetzt an die Gestaltung der nächsten Generation des Finanzsystems sowie an die Zusammenarbeit mit Regulierungsbehörden und Zentralbanken weltweit. Immer mehr Länder befassen sich mit CBDCs, was eindeutig das Streben nach einer neuen und effizienteren Infrastruktur veranlasse, so der PayPal-Chef.

Zentralbanken und Regierungen hätten mit PayPal eine ausgezeichnete Ergänzung zu einer modernen Verteilung von CBDCs und die Kunden hätten besseren Zugang zur digitalen Wirtschaft.

Paypal und Bitcoin – Tägliches Handelsvolumen liegt bereits bei 40 Mio. Dollar

Laut dem Fünfjahresplan von Paypal sollen die aktiven Konten in dieser Zeit auf 750 Millionen steigen und sich damit verdoppeln. Zu weiteren Zielen des Unternehmens gehört das Vorhaben, in den kommenden vier Jahren das Transaktionsvolumen für alle Dienste zu verdreifachen, während sich der Umsatz auf 50 Milliarden Dollar verdoppeln soll. Zudem soll der Gewinn pro Aktie um 22% pro Jahr steigen.

Schulman geht davon aus, dass die Grenzen zwischen stationärem und digitalem Handel komplett verschwinden werden. Das Unternehmen wolle daher Händlern beispielsweise bei der Vermarktung ihrer Produkte unter die Arme greifen und sich in puncto Finanzen zu einem sogenannten One-Stop-Shop für Händler und Verbraucher entwickeln.

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