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Ups, Brave Browser kassierte heimlich ab

von Lemmy

Ein kleiner GAU für den Brave Browser. Ein User fand heraus, dass der Privacy-Browser heimlich Affiliate Links bei Suchen der User.

Screenshot Brave Browser

Auf der Internetseite des Brave Browsers versprechen die Entwickler Privatsphäre, Sicherheit und volle Kontrolle beim Surfen. Die Nutzer können damit Werbung erlauben, die ihre Privatsphäre respektiert – wodurch sowohl Brave-Entwickler als auch die Nutzer, die sich diese Werbung anschauen, fair entlohnt werden. Kein Wunder also, dass der Browser seinen Wachstum fortsetzte und mittlerweile etwa 14 Millionen aktive Nutzer zählt.

Obwohl der Brave Browser mit Kontrolle für den Nutzer und Privatsphäre wirbt, stehen die Entwickler des Webbrowsers jetzt in der Kritik: Beim Aufrufen bestimmter Seiten wird dem Nutzer automatisch ein Affiliate-Code angehängt. Dadurch verdienen die Entwickler durch den Nutzer eine Provision – und zwar ganz ohne seine Zustimmung. Dieser Schritt passt nicht mehr so richtig zur beworbenen Strategie und sorgt für Unmut bei etlichen Nutzern.

Versteckter Affiliate-Code hinter der gesuchten URL

Wer über den Brave Browser bestimmte Webseiten aufruft, erhält seit dem letzten Update automatisch eine Affiliate-ID hinter der gesuchten URL angehängt. Mit diesen Tags kann der Shop-Betreiber nachvollziehen, woher der Käufer gekommen ist und der Vermittler wird dafür mit einer Provision entlohnt.

Darauf ist der Twitter-Nutzer @Cryptonator1337 gestossen, der in einem Tweet darauf hinweist, dass ein Besuch der Krypto-Börse Binance automatisch mit einem Affiliate-Code ergänzt wird, wodurch die Entwickler von Brave mit einer Provision belohnt werden, sollte jemand ein Binance-Konto im Brave- Browser eröffnen. Doch dieser Schritt ist bei vielen Nutzern nicht so gut angekommen – vor allem unter dem Aspekt, dass sich der Browser mit dem Blockieren von Trackern bewirbt.

Brave-CEO gesteht den Fehler

Zu diesem Vorgehen hat auch der Mitbegründer und CEO von Brave, Brendan Eich, auf Twitter Stellung bezogen. Eich erklärte zunächst, dass es sich bei Binance um einen Affiliate-Partner handelt, doch gestand später den Fehler und kommentierte, dass das automatische Hinzufügen von Affiliate-Codes rückgängig gemacht wird.

Wie coinpro.ch kürzlich berichtete, ermöglicht der Krypto-Browser Brave einen direkten Handel via Binance. Über ein integriertes Widget können die Nutzer ihre Kryptowährungen sicher verwalten und aufbewahren. Doch der sichere Webbrowser, der mit BAT-Token die Krypto-Adaption fördert und seine Nutzer für das Anschauen von Werbung entlohnen möchte, steht nun heftig in der Kritik.

Affiliate-Links im Brave Browser deaktivieren

Wer über die automatisch hinzugefügten Affiliate-IDs verärgert ist, hat zwei Möglichkeiten, den Brave Brwoser weiterhin zu nutzen. So erklärt Brendan Eich in einem weiteren Tweet, dass die Funktion in den Browser-Einstellungen deaktivieren werden kann.

Dazu wird über den Button am rechten Bildschirmrand das Menü aufgerufen und der Punkt „Einstellungen“ gewählt. Im Bereich „Darstellung“ soll dann die Einstellungsmöglichkeit „Show Brave suggested sites in autocomplete suggestions“ aufgesucht und deaktiviert werden. Bei künftigen Versionen des Brave-Browsers soll diese Funktion standardmäßig deaktiviert sein – außer wenn es der Nutzer in den Einstellungen bewusst aktiviert.

Ein solches Vorgehen ist grundsätzlich nichts Neues, denn viele andere Browser gehen ähnlich vor. Allerdings hätte mehr Transparenz dem Browser viel Ärger gespart, denn dieser Schritt passt nicht gerade zu einem Browser, der ausgerechnet Datenschutz und Privatsphäre ganz großschreibt. Um dies zu rechtfertigen, muss sich der Browser zukünftig besonders gut um seine Nutzer kümmern und beweisen, dass er es mit Schutz der Privatsphäre ernst meint.

Neue Partnerschaft für Brave in Südkorea

Unabhängig von diesem kommunikativen GAU scheint das Wachstum für den Krypto-Browser weiter zu gehen. So wurde bekannt, dass das Unternehmen eine Partnerschaft mit Korean pop group BTS und dem E-sports Team Rush Gaming eingeht um eine Limited Edition-Version seines Browsers für Einwohner Japans zu veröffentlichen. Laut dem Artikel ermöglicht der Browser Fans Punkte zu sammeln, indem sie Anzeigen ansehen, um Rush Gaming zu unterstützen.

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