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Wettlauf auf Zeit – die Fed und der digitale Dollar

von Lemmy

China und die USA laufen um die Wette, wer die Nase vorn hat bei digitalen Zentralbankwährungen. Die FED kooperiert dafür mit dem MIT.

Abbildung von Dollar-Noten als Synonym für digitale Währungen

Der digitale Dollar: Die Zentralbank der USA arbeitet aktiv daran und gab bekannt, dass sich die Arbeiten an der Digitalisierung der US-Währung wegen der Covid-19-Pandemie beschleunigten. Die Nachricht kommt wenige Tage nachdem China sich als die erste Nation bezeichnete, die eine digitale Währung herausgibt.

China auf dem Vormarsch

Das digitale Bargeld ist ein neues Zahlungsinstrument, das der physischen Währung entspricht, jedoch in digitaler Form herausgegeben wird. Auch China strebt danach, als erste Nation eine digitale Währung herauszugeben. Durch die Internationalisierung des Yuans würde auch seine Abhängigkeit vom globalen Dollar-Zahlungssystem verringert werden.

Laut lokalen Medien hatten einige staatliche Geschäftsbanken Chinas bereits damit begonnen, interne Tests einer digitalen Wallet durchzuführen. Damit ist China bereits einen Schritt näher der offiziellen Einführung der nationalen digitalen Währung gekommen. Analysten schätzen, dass der Umlauf digitaler Fiat-Währungen grosse Veränderungen für das bestehende internationale Finanzsystem bedeuten würde.

Digitale Dollar: Die Fed arbeitet mit dem MIT zusammen

Um auf dem Gebiet der digitalen Währungen (Central bank digital currency, kurz: CBDC) möglichst schnell Fortschritte zu erzielen, hat die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) eine Kollaboration mit Spezialisten des Massachusetts Instititute of Technology (MIT) gestartet. Dabei hat die Fed noch vor der Coronavirus-Pandemie mit der Forschung begonnen.

Um herauszufinden, wie eine kryptographische Plattform funktionieren muss, um den Anforderungen eines digitalen US-Dollars – wie z. B. Sicherheit, Geschwindigkeit und Datenschutz – gerecht zu werden, wird aktuell eine hypothetische digitale Währungsplattform getestet.

Testprojekt läuft mit Open-Source-Code

Der Prozess der Einführung einer digitalen Währung ist sehr komplex und muss mehrere Gremien durchlaufen. Im Forschungsprojekt gehe es vor allem darum, ein Verständnis von den Grenzen und Kapazitäten der verfügbaren Technologien zu entwickeln. Dazu werden die Forscher verschiedene Architekturen kodieren und testen und ihre Auswirkungen auf die Designziele des CBDC beurteilen. Die Ergebnisse des Forschungsprojekts werden gemeinsam mit dem MIT veröffentlicht und der Code wird als Open-Source-Software verfügbar sein.

Die Fed möchte aber auch andere Systeme parallel zum MIT-Projekt prüfen, um die Vor- und Nachteile einer CBDC gegeneinander abzuwägen. Dazu soll die hauseigene TechLab-Abteilung zum Einsatz kommen, die einen interdisziplinären Ansatz verfolgt. Das multidisziplinäre Team setzt sich aus Mitarbeitern der Fed-Finanzexperten und des Verwaltungsrats zusammen und verfügt über Fachwissen in unterschiedlichen Bereichen wie Recht, Wirtschaft, Informationstechnologie, Zahlungsverkehr und Informatik.

Viele Fragen noch offen

Die aktuellen Untersuchungen stellen noch keine Entscheidung zur Einführung einer US-amerikanischen CBDC dar, da mit den aktuellen Bemühungen ausschliesslich das technologische Potential entdeckt werden soll. Eine fundierte Entscheidung über die Einführung einer digitalen Währung könnte erst dann fallen, wenn die offenen Fragen zum Thema geklärt sind. Nur so kann sichergestellt werden, dass das US-Zahlungssystem auch bei extremen Ereignissen stabil bleibt.

Zu aller erst müssen jedoch Fragen im Zusammenhang mit Sicherheit, Finanzstabilität, Datenschutz, Marktstruktur und Geldpolitik geklärt werden. Die COVID-19-Pandemie hat das Vertrauen von Einzelpersonen und Unternehmen in digitale Dienste erhöht, da viele Arbeitnehmer nun von zu Hause aus arbeiten müssen. Auch die Verbraucher wandten sich noch mehr dem Online-Einkauf zu. Mit den notwendigen Investitionen möchte die Fed sicherstellen, dass das US-amerikanische Zahlungssystem in solchen Situationen auch zukünftig widerstandsfähig bleibt.

Wie jedoch eine Studie des Krypto-Unternehmens Genesis Mining enthüllt, sind die meisten Amerikaner eigentlich gegen die Einführung des digitalen Dollars. Gerade mal 25% der 400 Befragten stimmten dem Vorschlag zu.

Fazit: Digitaler US-Dollar weiterhin fraglich

Der digitale Dollar ist weiterhin fraglich und CBDCs allgemein sind immer noch ein umstrittenes Thema, da die Zentralisierung einer digitalen Währung im Widerspruch mit dem Prinzip der Distributed-Ledger-Technologie steht. Aktuell steht noch immer nicht fest, ob die USA als erste eine eigene CBDC einführt und die führende Rolle einnimmt, da auch China und die EU am Wettlauf teilnehmen. Spannend wird hier auch sein, welche Rolle Europa, die EU und auch die Schweiz spielen können. Gerade die EU hat ja vor Kurzem den Grundstein gelegt für einen einheitlichen Rechtsrahmen. Und die Schweiz ist hier sogar noch ein Schritt weiter. Ob sie im Konzert der beiden Grossmächte mithalten können, wird sich zeigen.

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