Kunden der beliebtesten Krypto-Börse Binance wurden per E-Mail informiert, dass ab Mittwoch um 8:00 Uhr UTC aufgrund von regulatorischen Einschränkungen vorübergehend keine Banküberweisungen in Euro möglich sein werden. Vor allem Euro-Einlagen über das SEPA-Verfahren müssten aufgrund von höherer Gewalt ab dem 7. Juli 2021 für unbestimmte Zeit eingestellt werden, so die Börse in der E-Mail an ihre Kund:innen. Euro-Einzahlungen mit Kredit- und Debitkarten wären allerdings immer noch möglich.

Blockierte Zahlungen an Binance

Auch wenn Binance nicht näher auf den Grund für die Aussetzung der SEPA-Überweisungen einging, ist die Entscheidung vermutlich auf den Ansturm regulatorischer Massnahmen gegen die Krypto-Börse zurückzuführen.

Kurz zuvor hatte die britische Bank Barclays Zahlungen an Binance blockiert. Die Krypto-Börse hätte in Grossbritannien keine Genehmigung für ihren Betrieb, so die britische Finanzaufsichtsbehörde. Laut einem Vertreter habe die Bank einseitige Massnahmen aufgrund von falschem Verständnis der Ereignisse ergriffen. Vor kurzem hatte nämlich die britische Finanzaufsichtsbehörde FCA gewarnt, dass Binance Markets Limited in Grossbritannien keine Erlaubnis für das Anbieten von Dienstleistungen habe.

Binance: Gegenwind in UK, Japan und Kanada für die Kryptobörse

Der Vertreter der Börse betonte jedoch, dass sich die Mitteilung der britischen Finanzaufsichtsbehörde FCA auf Binance Markets Limited beziehe. Dabei handle es sich um eine im Land gegründete und von der FCA regulierte Firma. Auf der Webseite der Krypto-Plattform würden weder Produkte noch Dienstleistungen von BML angeboten, die eine separate juristische Person wäre. Damit sollten die Einlagen der Nutzer auf der Hauptwebseite von Binance eigentlich nicht von der FCA Mitteilung betroffen sein. Der Vertreter stellte noch mal klar, dass die Sicherheit des Geldes ihrer Nutzer höchste Priorität hätte.

Nichtsdestotrotz erklärten die Verantwortlichen daraufhin, dass das Abheben der britischen Pfund von der Börse über die beliebte Faster-Payments-Rampe ab sofort nicht mehr möglich wäre. Binance nehme die Compliance-Verpflichtungen sehr ernst und sei bereit, einen offenen Dialog mit Barclays und den Regierungsbehörden zu führen. Das Ziel wäre eine Politik, die die Branche voranbringt, aber auch Innovationen fördert und gleichzeitig die Verbraucher schützt, so Binance.

Binance von weiteren Hürden betroffen

In letzter Zeit haben Gesetzgeber in mehreren Regionen der Welt mit regulatorischen Hürden und Massnahmen gegen die Börse durchgegriffen. Nicht nur in Grossbritannien, sondern auch in Japan warnten die Aufsichtsbehörden in vergangenen Wochen die Nutzer über den regulatorischen Status von Binance. Gleichzeitig führten Regierungsbehörden in der kanadischen Provinz Ontario strengere Vorschriften für Krypto-Börsen ein. Daraufhin hat die Kryptobörse seine Tätigkeit in Ontario eingestellt. All diese Massnahmen haben zu einer starken Einschränkung des Betriebes von Binance geführt.

Sammelklage gegen Binance

Die Kryptobörse hat nun auch eine Sammelklage italienischer und internationaler Investoren wegen eines angeblichen Verstosses der Regeln für den Terminhandel am Hals. Die Rechts- und Beratungsfirma Lexia Avvocati aus Italien kündigte rechtliche Schritte gegen Binance an. Ziel sei eine Entschädigung aufgrund des Handelns auf der Futures-Plattform der Krypto-Börse.

Das Unternehmen behauptet im Auftrag einer Investorengruppe, dass ein Verstoss seitens der Kryptobörse gegen ihre Regeln für den Handel mit Krypto-Derivaten vorliege. Binance hätte zu bestimmten Handelsspitzenzeiten nicht richtig funktioniert. Darauf hätten die Anleger der Sammelklage mehrere Millionen Dollar verloren. Ein weiterer Grund für die Entschädigung wären ähnliche Ausfälle in den vergangenen Wochen und Monaten gewesen.

Binance hätte zwar Berichten zufolge eine Entschädigung angeboten, jedoch wäre diese aufgrund des niedrigen Betrages abgelehnt worden. Laut Aussagen der Anwaltskanzlei haben die Verantwortlichen bis zum 12. Juli Zeit, die Anleger entsprechend zu entschädigen und die Klage auf diese Weise abzuweisen.

Hintergrund, Geschichte & Bedeutung für den Kryptomarkt

Die jüngste Sammelklage könnte die Kryptobörse mehrere Milliarden Dollar kosten. Zudem haben sowohl die Währungsbehörde der Cayman Islands als auch die thailändische Wertpapier- und Börsenaufsichtsbehörde ein regulatorisches Vorgehen gegen die Kryptobörse angekündigt. Grund dafür wäre Tätigkeit seitens der Kryptobörse ohne ordnungsgemässe Lizenz in den jeweiligen Gerichtsbarkeiten. Ausserdem berichteten Nachrichtenagenturen zu Beginn des Jahres, Binance würde unter Lupe der United States Commodity Futures Trading Commission stehen.

Auch wenn Gesetzgeber aus mehreren Ländern wie Japan, Kanada, Grossbritannien oder sogar den USA Binance ins Visier nehmen, bleibt die Kryptobörse weltweit weiterhin die Nummer eins. Laut Branchendaten verarbeitete die Börse allein in den letzten 24 Stunden Transaktionen im Wert von über 13,7 Milliarden US-Dollar, während es bei der zweitplatzierten Krypto-Börse Coinbase vergleichsweise gerade mal 2,2 Milliarden US-Dollar waren.

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