Bitcoin Runes haben die Funktionalität der Bitcoin-Blockchain erweitert. Was hinter dem Protokoll steckt, wie es sich von Ordinals und BRC-20 unterscheidet und welche Rolle es heute im BTC-Ökosystem spielt, erfährst Du in diesem Artikel.

Bitvavo, eine der führenden Börsen aus Europa (Niederlanden) mit einer grossen Auswahl an Kryptowährungen. PayPal Einzahlung möglich. Extra für kurze Zeit: 20 Euro Bonus bei Anmeldung über CoinPro.ch

98%

5.0 out of 5.0 stars5.0

Bewertung lesen

Was sind Bitcoin Runes?

Bitcoin Runes ist ein Protokoll, mit dem sich fungible Token direkt auf der Bitcoin-Blockchain erstellen lassen. Hinter der Entwicklung steckt kein Geringerer als der bekannte Programmierer Casey Rodarmor.

Rodarmor ist ein ehemaliger Entwickler von Bitcoin Core – der wesentlichen Software, die hinter der Bitcoin-Blockchain steckt. Rodarmor gab diese Arbeit schliesslich auf und widmete sich eigenen Projekten. Dem Bitcoin blieb er trotzdem treu.

Besonders grosse Aufmerksamkeit erlangte der Entwickler Anfang 2023, als er das Ordinals-Protokoll veröffentlichte. Im Frühjahr 2023 trieb die Euphorie rund um Ordinals den Bitcoin-Kurs an und wurde damals zum grössten Trend rund um die Blockchain.

An diesen Erfolg knüpfte der US-Amerikaner mit Runes an. Im szenetypischen Wortlaut beschrieb er sein neues Protokoll als für “Degenerierte und Memecoins” ausgerichtet. Nutzer können damit eigene Token nach dem Vorbild des ERC-20-Standards auf Ethereum erstellen.

Bei Runes handelt es sich um eine Software, keine Kryptowährung. Ein direktes Investment in die Technologie selbst ist daher nicht möglich. Nutzer sollten sich nicht von Coins täuschen lassen, die unter gleichem Namen erhältlich sind.

Das Protokoll verwendet keine Daten, die ausserhalb der Blockchain liegen. Ein Transfer über das Lightning Network ist daher ebenfalls möglich.

Bitcoin Runes im Vergleich

Wenn über Bitcoin Runes gesprochen wird, kommt es oft zum Vergleich mit dem BRC20-Tokenstandard sowie mit Bitcoin Ordinals. Doch worin stecken die Unterschiede?

Bitcoin Runes vs. BRC20

Die Notwendigkeit für Runes hatte Rodarmor durch die Entstehung des BRC-20-Standards erkannt. Der Token-Typus baut auf Rodarmors Ordinals-Protokoll und sorgte 2023 für kräftigen Wirbel. BRC-20 war aufgrund der Funktionsweise von Ordinals allerdings wenig optimal. Die dort bestehenden Schwachstellen räumt Runes aus. Das Protokoll ist von Grund auf neu geschrieben und beruht nicht auf Ordinals.

Da sich Runes auf die Erstellung fungibler Token konzentriert, ist es deutlich simpler als Ordinals. Nutzern bietet es mehr Komfort. Gleichzeitig lässt es sich kostengünstiger einsetzen.

Für die Übertragung eines BRC-20-Tokens sind aufgrund der Funktionsweise der Ordinals drei Transaktionen erforderlich. Sie benötigen zwei Transaktionen, um diese Inscriptions zu erstellen und eine, um die resultierende Einschreibung an den Empfänger zu übertragen.

Um Runes zu erstellen, müssen Nutzer zwei Transaktionen anfertigen. Nach der Erstellung ist für einen einfachen Transfer der Token jedoch nur noch eine Transaktion nötig.

Ein weiterer wichtiger Vorteil: Runes produziert deutlich weniger sogenannte «Junk-UTXOs». Das sind überflüssige Transaktionsreste, die das Bitcoin-Netzwerk belasten. BRC-20 erzeugt davon besonders viele, was zu Staus und höheren Gebühren führen kann. Runes umgeht dieses Problem, indem Token-Balances direkt in den UTXOs gespeichert werden.

Das zeigt sich auch in der Marktdynamik: Runes hat BRC-20 als dominierenden Token-Standard auf Bitcoin mittlerweile deutlich überholt. Neben Runes versuchte auch der ORC-20-Standard die BRC-20-Schwächen zu adressieren. Durchgesetzt hat sich letztlich aber Runes, das mit der Autorität des Ordinals-Erfinders und einem durchdachten UTXO-Design die grössere Traktion fand.

Vergleich Runes BRC 20
Unterschiede zwischen Runes und BRC-20. | Quelle: Delphi Digital

Bitcoin Runes vs Bitcoin Ordinals

Worin unterscheiden sich Bitcoin Runes und Bitcoin Ordinals? Während beide Protokolle vom selben Entwickler stammen, verfolgen sie gegensätzliche Ziele:

Ordinals wurde dafür entworfen, non-fungible digitale Inhalte auf Bitcoin zu erstellen. Es handelt sich also um einzigartige Artefakte, vergleichbar mit NFTs. Dabei werden Daten direkt auf einzelne Satoshis eingeschrieben (sogenannte Inscriptions).

Runes schafft das genaue Gegenteil: fungible Token, bei denen jede Einheit identisch und austauschbar ist. Es ist daher also eher vergleichbar mit einer Währung oder einem ERC-20-Token. Statt Daten auf Satoshis einzuschreiben, nutzt Runes das UTXO-Modell (Unspent Transaction Output) von Bitcoin und speichert Token-Informationen im OP_RETURN-Feld einer Transaktion.

Der praktische Unterschied: Ordinals eignen sich für Kunst, Sammlerstücke und digitale Artefakte. Runes eignen sich für Memecoins, Utility-Token oder alles, was in grossen, identischen Mengen zirkulieren soll.

Bitcoin Runes: Marktplätze & aktueller Stand 2026

Nach dem euphorischen Launch ist das Runes-Ökosystem in eine ruhigere Phase eingetreten. Der Anteil der Runes-Transaktionen am Bitcoin-Netzwerk fiel von über 50% im Peak auf unter 2%. Das ist weniger dramatisch als es klingt, denn die frühen Werte waren klar von spekulativem Hype getrieben.

Einen spürbaren Einschnitt brachte der Rückzug von Magic Eden. Am 27. Februar 2026 kündigte CEO Jack Lu an, die Bitcoin-Ordinals-, Runes- und EVM-NFT-Marktplätze komplett zu schliessen. Der Handel endete am 9. März 2026, die Wallet geht am 1. April 2026 offline. Das Unternehmen konzentriert sich fortan auf Solana und ein neues iGaming-Produkt.

Der Exit hat eine Konsolidierung im Markt ausgelöst. Die wichtigsten Plattformen für Bitcoin Runes sind heute:

  • OKX: Die Krypto-Börse integriert Runes direkt in ihre Wallet und ihren Marketplace und positioniert sich zusammen mit Unisat als Hauptalternative zu Magic Eden.
  • Unisat: Der Pionier-Dienst für Bitcoin-Tokens bietet Etching, Minting, Marketplace und Runes-Management. Unisat hat klar erklärt, langfristig am Markt zu bleiben.
  • Xverse: Die Wallet aggregiert Liquidität aus verschiedenen Quellen und erlaubt Swaps direkt aus der App.
  • DotSwap: Ein AMM-basiertes Swap-Protokoll für Runes-Trading.

Um Transaktionen mit dem Token-Standard vorzunehmen, muss der Nutzer eine Wallet verwenden, die diesen unterstützt. Xverse, Unisat und die OKX Wallet gehören zu den etablierten Optionen.

Die von Runes erschaffenen Token können Ziel starker Spekulationen werden. Die Volatilität ist besonders bei neuartigen Anlagen oft extrem. Nutzer sollten bei ihren Investitionen deshalb Vorsicht walten lassen. Bei einer geringen Nachfrage lässt sich insbesondere bei Token ohne zugrundeliegende Funktion ein Totalverlust nicht vermeiden.

Kritik und Ausblick

In seiner Twitter-Ankündigung erwähnte Rodarmor, dass Runes ein ernsthafter Konkurrent für RGB und Taproot Assets sei. Beide Projekte zielen ebenfalls darauf ab, Nutzern die Erstellung eigener Token auf Bitcoin zu erlauben.

“Ich bin sehr skeptisch, dass hieraus ernsthafte Token hervorgehen, aber Runes ist ohne Zweifel ein ernsthaftes Token-Protokoll”, schrieb Rodarmor auf Twitter.

Dennoch hält er das Protokoll selbst eher für eine Spielerei. Die möglichen Auswirkungen auf Bitcoin sollte man allerdings nicht unterschätzen. 2023 führte Ordinals zu hitzigen Debatten, die mit Runes erneut auflebten.

Diese Vorgehensweise sorgte bereits 2023 für herbe Kritik. Kritiker halten diese Nutzung der OP_RETURN-Funktion für missbräuchlich, da sie ursprünglich nicht für die Speicherung ganzer Token-Ökosysteme gedacht war.

Kritiker deuten ausserdem immer wieder auf eine unnötige Aufblähung der Bitcoin-Blockchain hin. Befürworter halten dagegen: Höhere Transaktionsgebühren durch Runes-Aktivität sind ein willkommener Anreiz für Miner – besonders nach einem Halving, wenn die Block-Rewards halbiert werden.

Die Zukunft des Protokolls hängt weniger an der Technologie selbst – die funktioniert – als daran, ob sich jenseits von Memecoins nachhaltige Anwendungsfälle etablieren. Tokenisierte Loyalty-Programme, Stablecoins auf Bitcoin oder Liquiditätsbausteine für BTCFi sind denkbare Richtungen. Solange die überwiegende Mehrheit der Runes rein spekulativ bleibt, wird das Protokoll seine Nische behalten, aber kaum zum Massenphänomen.

Jetzt Beitrag teilen