Der Mitbegründer von Ethereum (ETH), Vitalik Buterin, hat in einem Blogbeitrag namens „Endgame“ eine mögliche Roadmap für die Entwicklung von Ethereum 2.0 veröffentlicht, nach der das Netzwerk der zweitgrössten Kryptowährung nach Kapitalisierung seine Skalierbarkeit erhöhen kann, während es weiterhin zuverlässig und zensurresistent bleibt.

Ein Fahrplan für die Zukunft

Während das Jahr 2022 immer näher rückt, wird die Einführung von Ethereum 2.0 von der Community zunehmend erwartet. Es wird eines der wichtigsten Upgrades für jede ETH-basierte Blockchain sein, da sich das Ethereum-Netzwerk vom energieintensiven Proof-of-Work- zum Proof-of-Stake-Mechanismus entwickeln wird. Dies wird auch mit zusätzlichen Vorteilen für die Blockchain wie Skalierbarkeit und günstigeren Transaktionsgebühren verbunden sein.

Infografik: Proof of Work vs. Proof of Stake – der Vergleich

Das Ethereum-Netzwerk hat bereits eine festgelegte Roadmap, um an diesen Punkt zu gelangen, und es hat schon wichtige Meilensteine auf dieser Roadmap erreicht, abgesehen von einigen Verzögerungen bei einigen Upgrades. Es gab jedoch immer wieder kleine Ergänzungen zur Roadmap, wobei die jüngste unter der Bezeichnung Endgame vom Gründer Vitalik Buterin selbst stammt. Darin skizziert Buterin die Dinge, die eine „grosse Blockchain“ vollständig zensurresistent machen würden.

Der Übergang des Netzwerks zum Proof-of-Stake wird die ETH voraussichtlich auch zu einem deflationären Vermögenswert machen.

Wann kommt Ethereum 2.0?

Ethereum 2.0 wurde zu einem der am meisten erwarteten Netzwerk-Upgrades, nachdem sein Veröffentlichungstermin im Dezember 2020 auf 2021 verschoben wurde. Mit dem ETH-Netzwerk-Upgrade und dem Hard Fork, der im ETH-Mainnet mit dem Block 13.773.000 stattfinden soll, hat Vitalik Buterin am Montag eine wahrscheinliche Roadmap für das Netzwerk veröffentlicht.

Mit dem bevorstehenden Netzwerk-Upgrade wird das Ethereum-Netzwerk von seinen aktuellen Proof-of-Work (PoW)-Algorithmen zum Proof-of-Stake (PoS) Konsensalgorithmus übergehen. Damit können Benutzer direkt und kostengünstig die Gültigkeit von Blöcken überprüfen – und diese Funktion ist nicht nur günstiger, sondern fügt dem Ethereum-Netzwerk auch eine zusätzliche Sicherheitsebene hinzu.

Ethereum 2.0 – was bringt das technologische Update auf ETH 2.0?

Für den Abschluss des Wechsels zu Ethereum 2.0 sind noch zwei grosse Phasen erforderlich. Diese beiden Phasen sind The Merge und die Einführung von Shard Chains in das Netzwerk. Zum Merge wird es kommen, wenn das Ethereum-Mainnet endlich mit der Beacon Chain „verschmelzt“ – die bereits live ist und das Ende des Proof of Work im Netzwerk signalisiert.

Die Einführung von Shard Chains im Netzwerk wird es Ethereum ermöglichen, effizienter zu skalieren, indem es seine Kapazität zur Verarbeitung von Transaktionen und zum Speichern von Daten erweitert. Dieser letzte Teil wird in mehreren Phasen eingeführt, wobei im Laufe der Zeit weitere Funktionen hinzugefügt werden.

Die Zusammenführung und die Hinzufügung von Shard-Ketten sollen beide im Jahr 2022 stattfinden.

Zentralisierung des ETH-Netzwerks

Auch wenn sich Buterin nicht explizit mit dem Thema Zentralisierung der Blockproduktion beschäftigt, liefert er dennoch einen Arbeitsplan für deren Umsetzung. Zunächst schreibt der Gründer über eine Second-Tier-Staking-Lösung, die weniger Ressourcen benötigt, um die verteilte Blockvalidierung durchzuführen.

Die Netzwerkgebühren hängen stark vom Zustand der Blockchain ab. Die Verbesserung des Netzwerkzustands von Ethereum könnte das Endspiel für hohe Transaktionsgebühren sein, die Ethereum-Nutzer seit langem geplagt haben. Die Benutzer haben jedoch Bedenken geäußert, dass Endgame das Ethereum-Netzwerk zentralisierter macht. Diese Funktionen werden zu einer skalierbareren Ethereum-Blockchain führen. Buterin glaubt, dass Ethereum bei ausreichender Hardware mit diesem Upgrade 10.000 Transaktionen pro Sekunde erreichen könnte.

Ethereum 2.0 Start laut Gründer Vitalik Buterin „besser als erwartet“

In der jüngsten Roadmap spricht Buterin über ein Gedankenexperiment, bei dem eine durchschnittliche grosse Blockchain noch als ausreichend zensurresistent gelten kann. Mit durchschnittlicher Blockchain meint er eine dezentralisierte Plattform mit hoher Blockgrösse, hoher Blockfrequenz und Tausenden von Transaktionen pro Sekunde. Das Erreichen dieser Skalierbarkeit geht jedoch oft auf Kosten einer stärkeren Zentralisierung der Blockproduktion, doch im Buterins neuesten Blog werden Lösungen für das Problem der Zentralisierung nicht beleuchtet. Er fügte hinzu:

Wir bekommen eine Kette, in der die Blockproduktion immer noch zentralisiert ist, aber die Blockvalidierung ist vertrauenswürdig und stark dezentralisiert.

Auch Second-Layer-Lösungen seien zentralisiert

Der Ethereum-Mitbegründer sagte, dass die Blockproduktion trotz der Implementierung der „Rollups“ zentralisiert bleiben wird, da es sich bei den Rollups um Layer-2-Lösungen handelt, die Transaktionen ausserhalb des Ethereum-Mainnets ausführen. Dies wird unabhängig von dem Skalierbarkeitspfad sein, den das Ethereum-Netzwerk einschlägt.

Ein alternatives Szenario geht davon aus, dass keines der Rollup-Projekte den Grossteil der Ethereum-Netzwerkaktivität erfassen kann. In diesem Fall wird das Ökosystem durch mehrere unabhängige Blockchains repräsentiert. Sogenannte Cross-Chain-Brücken sollen dabei die Verbindung zwischen diesen Segmenten herstellen.

Mit diesem Ansatz scheinen wir alles zu bekommen: dezentrale Validierung, zuverlässigen Schutz vor Zensur und sogar verteilte Blockproduktion, da alle Rollups klein und einfach in Betrieb zu nehmen sind. Aber die Dezentralisierung der Blockproduktion kann sich aufgrund der Möglichkeit eines domänenübergreifenden MEV als kurzlebig erweisen,

schrieb der Gründer von Ethereum.

Ethereum 2.0 als Absicherung gegen Inflation?

Seit November 2020, als das Protokoll seinen langen Weg zum Proof-of-Stake begann, ist die Aufregung um ihn herum gewachsen. Im August dieses Jahres fand der lang erwartete Londoner Hard Fork statt, der die ETH auf den Weg zu einem deflationären Vermögenswert bringt. EIP-1559, das den Gebührenmarkt des Netzwerks verbessern soll, wurde über den Hard Fork eingeführt. Die London HardFork, ein Teil von ETH2, entwickelt ein neues Modell für Gasgebührenlösungen: Transaktionen im Netzwerk verbrennen etwas ETH und nehmen es aus dem Angebot.

Aufgrund dieser Aufwertung sehen die Anleger die ETH 2.0 nun als Absicherung gegen die Inflation an, da das Angebot weiter schrumpft. Als Teil von ETH 2.0 unter London Hard Fork werden auch die Gebühren nach jeder Transaktion verbrannt. Bisher wurde etwa 1 Million ETH-Token verbrannt. Die Entwicklung für den Übergang zum PoS Ethereum 2.0 ist damit in vollem Gange. Ethereum-Entwickler und andere Marktanalysten sind optimistisch, dass der Übergang im Jahr 2022 erfolgen könnte.

Ethereum Kurs Explosion laut Frank Holmes in Sicht

Ethereum 2.0 soll weiterhin für die Reduzierung der im Umlauf befindlichen ETH-Token sorgen, wobei das Angebot nach der Einführung von ETH 2.0 laut langfristigen Projektionen jedes Jahr um 2 % sinken wird. Das ETH2-Upgrade soll aber nicht nur die Anzahl der ETH-Token reduzieren, sondern auch die Gasgebühren senken und einen leichteren Zugang zum Netz ermöglichen.

Auch wenn die Anleger darüber sehr aufgeregt sind, fehlen noch weitere Informationen zum deflationären Zustand der ETH-Blockchain. Daher ist immer noch nicht sicher, ob sich das Netzwerk tatsächlich gegen Inflation absichern kann, obwohl ETH 2.0 das Angebot angemessen drosselt.

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