Home Insights Energieverbrauch immer wichtiger: Umweltfreundliche Krypto-Projekte im Überblick

Energieverbrauch immer wichtiger: Umweltfreundliche Krypto-Projekte im Überblick

von Semir Cerim

Neben den Renditechancen rückt der Energieverbrauch in den Fokus. Die umwelfreundlichsten Projekte in der Übersicht.

Energieverbrauch immer wichtiger: Umweltfreundliche Krypto-Projekte im Überblick

Die Krypto-Branche befindet sich aktuell im Wandel. Gerade das Thema „Energieverbrauch“ nimmt in der letzten Zeit viel Raum rund um Kryptowährungen ein. Man denke da beispielsweise an die von Elon Musk losgetretene Diskussion um den Energiehunger des Bitcoin-Netzwerkes. Daraus entstehen zahlreiche energieneutrale und nachhaltige Projekte, die aktuell für Aufmerksamkeit sorgen. Umweltfreundliche Krypto-Projekte: Dieser kleine Überblick soll helfen, die aktuellen Situation (Stand heute) aufzuzeigen. 

Branche unter Dauerbeschuss: Umweltfreundliche Krypto-Projekte ein Muss

Kryptowährungen werden typischerweise in Rechenzentren „abgebaut“, die auf Energie aus fossilen Quellen (zB Kohle) angewiesen sind. Die Verbrennung dieser fossilen Brennstoffe führt zu einem unvermeidlichen Anstieg der Kohlenstoffemissionen, die wiederum zum Klimawandel beitragen. 

Laut verschiedenen Studien verbraucht Bitcoin (BTC) mehr Energie als jede andere Art von Kryptowährung. Der Mining-Prozess zur Herstellung von Bitcoins verbraucht nämlich rund 116 Terawattstunden (TWh) Strom pro Jahr. Das entspricht dem Stromverbrauch eines grösseren EU-Landes. Glücklicherweise wechseln bereits einige Mining-Zentren zu erneuerbaren Energiequellen wie Sonne, Wasserkraft, Wind oder sogar Geothermie.

Der Umgang mit sozialen Belangen und der Umwelt gehören zu den Schlüsselparametern für das Wachstum von Unternehmen in den kommenden Jahrzehnten. Deshalb richten die marktführenden Unternehmen unterschiedlicher Branchen ihren Betrieb danach aus. Auch die Krypto-Branche sah sich aufgrund der übermässigen Nutzung von Energie für das Mining-Prozess heftiger Kritik ausgesetzt – und in jüngster Zeit auch heftigen regulatorischen Gegenmassnahmen. Zunächst begann China mit strengen Massnahmen gegen das Bitcoin-Mining vorzugehen und zwang die Miner dazu, ihr Geschäft aufzugeben oder in Nachbarländer auszuziehen. Auch in der restlichen Welt rückt aber das Öko-Mining in den Vordergrund.

Verbunden: Kasachstan statt China: Mining verlagert sich weiter

Das Ganze betrifft auch den Markt der nicht schürfbaren Token (Non-Fungible Token, NFT), deren Prägung sehr viel Strom und dementsprechend meist Kohlekraft erfordert. Die Prägung eines NFTs verbraucht Schätzungen zufolge im Durchschnitt so viel Energie wie ein EU-Bürger in einem ganzen Monat. Der NFT-Markt erreichte im Mai 2021 seinen Höhepunkt, doch seither ist die Zahl der NFT-Nutzer deutlich zurückgegangen. 

Welche Form von Kryptowährung ist die umweltfreundlichste?

Fast über Nacht wurden Kryptowährungen von einer Randinnovation im Finanzbereich zu einer tragenden Säule moderner Investitionen. Leider ist das Krypto-Mining nicht gerade der umweltfreundlichste Prozess, denn es verbraucht ungeheure Mengen an Energie. Da aber immer mehr Investoren und Unternehmen die wirtschaftlichen Vorteile einer Umstellung auf eine umweltfreundliche Kryptowährung verstehen und schätzen, rückt das Thema weiter in den Fokus. Und Investoren achten neben den Rendite-Chancen auch immer mehr auf den Energieverbrauch. 

Infografik: Proof of Work vs. Proof of Stake – der Vergleich

Immer mehr Blockchain- und Krypto-Projekte wechseln infolgedessen vom Proof-of-Work (PoW)-Konsensmodell zu einem energiefreundlicheren Proof-of-Stake (PoS)-Konsensmodell. Doch zahlreiche Projekte haben bereits im Vorfeld ihre Weitsicht bewiesen und sind von ihrem Anfang diese Richtung gegangen – angeführt von Open-Source Distributed Ledger IOTA – einem Projekt, das auf das Ökosystem des Internet of Things (IoT) ausgerichtet ist.

Wie es für Kryptowährungen üblich ist, sind auch ihre umweltfreundlichen Varianten relativ volatil, doch jede von ihnen hat ihre eigene Methodik, um sowohl Rentabilität als auch Nachhaltigkeit zu erreichen. Umweltfreundliche Krypto-Projekte: CoinPro.ch stellt sie vor.

  • Cardano
    Laut Market Realist gilt Cardano als die aktuell nachhaltigste Kryptowährung. Gegründet auf Peer-Review-Forschung und durch evidenzbasierte Methoden entwickelt, basiert das Cardano-Projekt eher auf dem Prozentsatz der Coins, die ein Miner hält, als auf der Verarbeitungsleistung seiner Ausrüstung. Cardano-Netzwerke verfügen ausserdem über einige der höchsten Sicherheitsfunktionen, die digitale Angriffe oder Diebstahl verhindern. Weiterlesen:  Morningstar-Analystin bezeichnet Cardano als eine der Top 3 Kryptowährungen
  • SolarCoin
    SolarCoin ist eine der interessantesten Kryptowährungen auf dem Markt, da sie weniger Energie verbraucht als das traditionelle Bitcoin-Mining und gleichzeitig die Investition in Solarkollektoren fördert. So wird für jede aus Solarstrom erzeugte Megawattstunde ein SolarCoin erstellt.
  • BitGreen
    Wie SolarCoin fördert auch BitGreen umweltfreundliche Aktionen wie z. B. Fahrgemeinschaften über eine Mitfahr-App oder den Kauf vom nachhaltigen Kaffee. BitGreen wurde in erster Linie wegen nicht nachhaltiger und energiefressender Währungen wie Bitcoin gegründet.
  • Chia
    Chia ersetzt das vom Bitcoin-Netzwerk bekannte “Proofs of Work”-Verfahren durch “Proofs of Space”. Dies ist eine kryptografische Technik, bei der Prüfer zeigen, dass sie nicht verwendeten Festplattenspeicher für Transaktionen und die Sicherung des Netzwerkes einsetzen. Chialisp ist Chias Transaktionsprogrammiersprache, die leistungsstark, einfach zu prüfen und sicher ist.
  • Nano
    Auch die Kryptowährung Nano verwendet zum Mining ein Proof-of-Work-Modell. Dieses Modell verwendet ein energieeffizientes Blockgitter anstelle der digitalen Blockchain-Architektur. Daher gilt Nano als eine der saubersten Alternativen zu Bitcoin.
  • IOTA
    IOTA verwendet mit „Tangle“ eine alternative Form der Technologie und ist deshalb aus zwei Gründen einzigartig: Erstens benötigt sie keine riesigen, überhitzten Rechenzentren und zweitens benötigt sie keine Miner. Tangle bedeutet, dass jedes Gerät, das eine Transaktion im Netzwerk durchführen will, mindestens weitere zwei Transaktionen bestätigen muss. Je mehr Transaktionen durchgeführt werden, umso effizienter wird auch das Netzwerk. Deshalb bietet IOTA eine Alternative zu den traditionellen Blockchain-Prozessen, die zum Mining von Bitcoin & Co. verwendet werden. Der verteilte IOTA-Ledger macht es möglich, Werte und Daten im gesamten IoT-Ökosystem kostenlos zu übertragen. Der IOTA Distributed Ledger ist von Grund auf eine Neuentwicklung, die bei allen aufgesetzten Projekten grossen Wert auf die soziale Wirkung legt. IOTA hat sogar seinen eigenen NFT-Marktplatz gestartet, der auf energiesparenden Lösungen basiert und bisher auf grosse Resonanz gestossen ist. Neben gesellschaftlich nützlichen Projekten arbeitet IOTA auch in den Bereichen Umwelt und Soziales.
  • Enjin Netzwerk
    Das Enjin Blockchain Netzwerk hat sich inzwischen zur führenden Social-Gaming-Community-Plattform entwickelt, die eine massive Nutzerbasis von 20 Millionen Menschen bedient. Das Ökosystem von Enjin basiert auf nicht-fungiblen Token und wird mit der Blockchain-Technologie betrieben. Als Mitglied des Crypto Climate Accord verspricht Enjin Lösungen zu entwickeln, die Skalierbarkeit fördern, ohne dabei Kompromisse bei der Nachhaltigkeit einzugehen. Das Enjin Netzwerk gilt als klimaneutral, da die hauseigene Jumpnet-Blockchain 99,99 % weniger Strom als Ethereum verbraucht. Verbunden: Enjin (ENJ)-Preis im letzten Monat um 800% gestiegen
  • Elrond-Netzwerk
    Das ultraschnelle Elrond Netwerk verarbeitet 15.000 Transaktionen pro Sekunde und entwickelt Blockchain-Lösungen für das Internet der Dinge (IoT). Mit Transaktionskosten von gerade mal 0,001 Dollar und einer Latenzzeit von nur 6 Sekunden ist das Elrond-Netzwerk in Bezug auf Preis, Skalierung und Blockchain-Tempo bis zu 1000-mal besser als seine Konkurrenten. Entwickelt mit bewussten Massnahmen gegen hohen Energieverbrauch, mit Fokus auf CO2-Fussabdruck-Ausgleich sowie diverse Windenergie-Initiativen, hat sich das Netzwerk einen Namen unter den bekanntesten grünen Kryptowährungen gemacht.
  • Qtum
    Das Qtum-Ökosystem verfügt über eine eigene Open-Source-Blockchain, mit der Smart-Contracts ausgeführt und Defi-Produkte sowie robuste dezentrale Apps (DApps) erstellt werden. Hinzu kommt auch die Anwendung von Smart Contracts, erstklassige Sicherheitsinstrumentarien sowie das Hosting von nicht-fungiblen Token (NFTs). Qtum bietet eine starke Sicherheitsinfrastruktur der Bitcoin-Blockchain und verwendet bereits das energiefreundliche Proof-of-Stake (PoS)-Modell.
  • Minima
    Dieses dezentralisierte Daten- und Wertübertragungsunternehmen revolutioniert die Blockchain, indem es die hohen Gaskosten durch sein superschlankes Protokoll senkt, das sogar auf einem Mobilgerät betrieben werden kann. Bei Minima agieren Mobiltelefone als Knotenpunkte, sodass die Kryptowährung direkt vom Mobiltelefon aus geschürft werden kann, ohne dass zusätzliche Geräte erforderlich sind. Neben dem dezentralisierten Daten- und Wertetransfer ist das Protokoll auch resistent gegen Zensur, während die Senkung der Einstiegshürde breite Skalierbarkeit und Akzeptanz verspricht.

Ungeachtet von den aktuellen Diskussionen werden die meisten Kryptowährungen von Tag zu Tag umweltfreundlicher. Sollte sich der Trend fortsetzen, könnte er Anleger dazu veranlassen, ebenso sorgfältig über die Nachhaltigkeit ihrer Anlage nachzudenken wie über die Gewinne selbst und dann haben umweltfreundliche Krypto-Projekte natürlich sehr gute Marktchancen. Es bleibt spannend.

Mehr Insights und Hintergründe zu Kryptowährungen

Jetzt Beitrag teilen

Das könnte Dir auch gefallen