Bitcoin (BTC) steht aufgrund des hohen Energieverbrauchs stark unter Kritik. Nun meldet sich das Krypto-Unternehmen Galaxy Digital zu Wort und stellt einen Vergleich des Energieverbrauchs von Bitcoin mit anderen Branchen wie dem klassischen Banksystem und der Goldindustrie an. Das Ergebnis der Studie: Grossbanken und die Goldbranche verbrauchen doppelt so viel Energie als das Bitcoin-Netzwerk.

Bitcoins neues Image als Energiefresser

Spätestens seit den Äußerungen von Elon Musk auf Twitter bestehen große Bedenken angesichts des rapide steigenden Energieverbrauchs sowie des Einsatzes fossiler Brennstoffe für das Bitcoin-Mining. Nachdem der Tesla-CEO verkündete, dass das Unternehmen von nun an keine Zahlungen mehr in Bitcoin akzeptieren werde, brach der gesamte Kryptomarkt um über 500 Mrd. US-Dollar ein, während der Bitcoin-Kurs wie seit langer Zeit nicht mehr abrutschte. Der Tesla-CEO wurde dafür aus der Krypto-Community heftig kritisiert, die dabei unter anderem die Nachhaltigkeit der SpaceX Raketen in Fragen stellte.

Tatsächlich hat das Bitcoin-Netzwerk einen hohen Energiebedarf, jedoch ist die führende Kryptowährung nicht mal annähernd so grosser Umweltverschmutzer wie das klassische Bankensystem, so die Ergebnisse der neuen Studie von Galaxy Digital.

Studie: Energieverbrauch der Bank- und Goldindustrie doppelt so hoch

Galaxy Digital vergleicht in seinem kürzlich veröffentlichen Forschungsbericht den Stromverbrauch des Bitcoin-Netzwerks mit den Grossbanken und der Goldindustrie, da diese beiden Branchen oft in Zusammenhang mit Bitcoin erwähnt werden. Die Mining-Abteilung der Kryptowährungsfirma stellte die Daten für den Bericht zusammen und ermöglicht einen offenen Zugang zur Methodik und den Berechnungen.

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Bei den Berechnungen wurde unter anderem der Stromverbrauch der Pools, der Miner und der Knoten berücksichtigt. Der Report ergab, dass Bitcoin 113,89 Terawattstunden (TWh) jährlich verbraucht, während laut den Schätzungen von Galaxy Digital die Bankenbranche und die Goldindustrie rund 263,72 TWh bzw. 240,61 TWh jährlich verbrauchen.

Fazit: Auch wenn Bitcoin grosse Mengen an Energie verbraucht, so liegt der Verbrauch der Bankbranche und der Goldindustrie immer noch doppelt so hoch.

Bankwesen und Goldindustrie melden ihren Stromverbrauch nicht direkt

Wenn es um den Energieverbrauch vom gesamten Bitcoin-Netzwerk geht, ist alles transparent. Dank entsprechenden Tools wie etwa dem „Cambridge Bitcoin Electricity Consumption Index“ sind sehr präzise Auswertungen des Energieverbrauchs möglich.

Bitcoin Stromverbrauch – Wie sieht die aktuelle Lage aus?

Doch laut der Studie von Galaxy Digital sehe es im Finanzsystem und der Goldindustrie ganz anders aus: Das Bankwesen und die Goldindustrie würden ihren Stromverbrauch nicht direkt melden und die Auswertungen des Energieverbrauchs wären daher nicht transparent. Aufgrund dessen müsste sich Galaxy auf seine eigenen Schätzungen zum Stromverbrauch dieser beiden Branchen verlassen.

Für das Berechnen des jährlichen Gesamtenergieverbrauchs des Banksystems wurden u. a.  Bankfilialen, Bankrechenzentren und Geldautomaten berücksichtigt. Im Bericht von Galaxy Digital heißt es auch, dass das System der Privat-Geschäftsbanken im Gegensatz zu Bitcoin mehrere Abrechnungsebenen erfordere.

Energieverbrauch – Bitcoin und Ethereum im Vergleich

Galaxy Digital Mining beruht seine Schätzungen für den gesamten Energieverbrauch der Goldbranche auf einem Bericht des World’s Gold Council „Gold and climate change: Current and future impacts“ (oder zu Deutsch: „Gold und Klimawandel: Aktuelle und zukünftige Auswirkungen“). Anhand dieser Daten wird der jährliche Verbrauch der Goldindustrie auf etwa 240,61 TWh geschätzt, wobei möglicherweise wichtige Emissionen und Energieverbraucher nicht berücksichtigt wurden.

Auch wenn Galaxy Digital ein auf Kryptowerte spezialisierter Finanzdienstleister ist und von der positiven Darstellung des Bitcoins profitiert, wird der hohe Energiebedarf des Bitcoin-Netzwerkes nicht geleugnet. Allerdings gibt Galaxy Digital an, dass diese Tatsache Bitcoin stabiler und sicherer mache. Darüber hinaus fordert das Kryptounternehmen dazu auf, den hohen Energieverbrauch der verschiedenen Industrien entsprechend zu vergleichen.

Fazit: Auch wenn solche Vergleiche nur bedingt aufgehen. Gerade im Bezug auf Umweltbelastung, denn egal, welches System die Belastung herbeiführt, es bleibt eine Belastung für Umwelt. So helfen solche Daten, Äusserungen und Fakten einzuordnen. Denn die Welt ist definitiv zu komplex um sie in ausschliesslich in ein Schwarz-Weiss-Schema einzuordnen.

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