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Weitere lateinamerikanische Länder interessieren sich für Bitcoin

von Lemmy

Nach El Salvador zeigen weitere Länder Interesse an Bitcoin (BTC) als offizielles Zahlungsmittel. Eine Kettenreaktion?

Weitere lateinamerikanische Länder interessieren sich für Bitcoin

Nachdem El Salvador letzte Woche das Bitcoin-Gesetz verabschiedet hat, das die Kryptowährung zum gesetzlichen Zahlungsmittel im Land macht, hat eine Reihe von Gesetzgebern in lateinamerikanischen Ländern ihr Interesse an Bitcoin (BTC) bekundet. Zu den Ländern gehören Paraguay, Argentinien, Panama, Brasilien und Mexiko. El Salvador scheint damit einen Trend bei der Einführung von Bitcoin zu setzen.

Länder der Region folgen dem Beispiel von El Salvador

Nur drei Tage vergingen, nachdem der salvadorianische Präsident Nayib Bukele seine Krypto-Pläne auf der Bitcoin 2021-Konferenz in Miami ankündigte, bis der Gesetzentwurf abgestimmt und genehmigt wurde. Das neue Gesetz, das mit 62 zu 22 Stimmen verabschiedet wurde, soll innerhalb von 90 Tagen in Kraft treten.

Obwohl es das einzige Land ist, das bisher den Sprung gewagt hat, hat El Salvador einen Wandel in Gang gesetzt, der wahrscheinlich viele weitere Länder mitreissen wird. Vom Rio Grande in Mexiko bis zur Spitze Patagoniens ist Krypto zu einer Lebensader für Millionen von Menschen geworden.

Paraguay und Bitcoin? Abgeordnete fordert Adoption

Immer mehr Gesetzgeber in den Nachbarländern wollen dem Beispiel von El Salvador folgen – zumindest laut ihren Politikern, die ihre Profilbilder mit Laseraugen versehen und damit öffentlich die Krypto-Idee unterstützen.

  • Gabriel Silva, Parlamentsabgeordneter in Panama, gratulierte auf Twitter El Salvador zur Verabschiedung des Bitcoin-Gesetzes: „Gute Nachrichten für El Salvador, der die Regierung von Panama in Unternehmertum und Technologie unterrichtet. Wenn wir ein echter Technologie- und Unternehmerstandort sein wollen, müssen wir Kryptowährungen unterstützen. Wir werden einen Vorschlag für die Präsentation auf der Versammlung vorbereiten“, kommentierte er.
  • Carlitos Rejala, ein Kongressabgeordneter und Nationaler Abgeordneter von Paraguay, hat seine Regierung aufgefordert, ähnliche Massnahmen wie El Salvador zu ergreifen.
  • Fábio Ostermann, gewähltes Mitglied der gesetzgebenden Versammlung in Rio Grande do Sul, Brasilien sowie Argentiniens Abgeordneter Francisco Sánchez, haben inzwischen ebenfalls ihre Profilbilder auf Twitter mit Laseraugen versehen.
  • Auch mehrere Gesetzgeber in Mexiko haben ihre Profilbilder mit Laseraugen versehen, darunter die Senatorin Indira Kempis. Darüber hinaus hat Senator Eduardo Murat Hinojosa angekündigt, der nationalen Legislative einen Regulierungsvorschlag zu Kryptowährungen vorzulegen.

Die Idee weitet sich auf andere Kontinente aus

Einige weitere Länder auf anderen Kontinenten könnten folgen – darunter Tonga, ein polynesisches Land, und Tansania, ein ostafrikanisches Land. Präsident Samia Suluhu Hassan hat die tansanische Zentralbank aufgefordert, die breitere Verwendung von Kryptowährungen im Land zu erleichtern und zu unterstützen.

In Tonga ist Lord Fusitu’a, Mitglied des Parlaments des Königreichs Tonga, ein Befürworter von Bitcoin. Mit Laseraugen auf seinem Twitter-Profilbild hat auch er an einem Twitter-Treffen mit Krypto-Befürwortern teilgenommen, um zu diskutieren, wie sein Land von der Kryptowährung profitieren kann.

Hintergrund des Krypto-Booms in mittel- und südamerikanischen Ländern

Viele lateinamerikanische Länder befinden sich in ernsthaften wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Hohe Staatsschulden und deutliche Abwertungen haben vielerorts das Vertrauen in die Landeswährungen ruiniert: Man denke nur an den Schuldenschnitt in Argentinien oder die Hyperinflation in Venezuela. In ihrer Verzweiflung können Staaten aussergewöhnliche Massnahmen ergreifen. Viele Regierungen sehen deshalb in Bitcoin einen möglichen Ausweg, um dem monetären Teufelskreis zu entkommen.

Ein weiteres mögliches Motiv ist politisches Marketing, denn für viele lateinamerikanische Führer könnte eine solche Entscheidung ihre Popularität steigern und sie würden sich dadurch gleichzeitig einen Ruf als Pionier verdienen. Anderseits ermöglichen es solche Geschehnisse den Politikern, die Öffentlichkeit von den vielen anderen Problemen abzulenken, mit denen sie konfrontiert ist.

Kryptowährungen als Inflationsschutz

Die Nationen in Lateinamerika sind zeitweilig von politischen und wirtschaftlichen Krisen betroffen. Angesichts der steigenden Inflation und in Ermangelung traditioneller Bankdienstleistungen für grosse Teile der Bevölkerung, sind Bitcoin und andere Kryptos inzwischen zur Lebensweise der dortigen Bevölkerung geworden. In den lateinamerikanischen Ländern, in denen es eine ständige Kombination von Inflations- und Hyperinflationszyklen gibt, sind Kryptowährungen absolut sinnvoll.

In El Salvador nutzen rund 70 Prozent der Bevölkerung keine Bankdienstleistungen oder haben keinen Zugang zu ihnen. Es ist nicht nur Lateinamerika, wo der Besitz von Telefonen die Inhaber von Bankkonten übertrifft. In einigen Ländern Afrikas und Asiens ist die Situation dieselbe. Einige Beispiele sind Indonesien oder etwa Indien, wo der Grossteil der Bevölkerung ein Mobiltelefon, jedoch kein Bankkonto hat.

Bitcoin-Mining mit Geothermie? El Salvador mit weiteren Plänen

In Argentinien stieg die Inflation 2019 auf 54 Prozent, bevor sie 2020 leicht auf 42 Prozent zurückging. Noch schlimmer ist Venezuela, wo die Inflation 2018 mit 1,8 Millionen Prozent ihren Höchststand erreichte. Obwohl sie derzeit noch nicht annähernd so hoch ist, sagen Ökonomen voraus, dass die Inflation Ende 2021 bei 1.400 Prozent liegen wird. Aus Notwendigkeit begannen die Venezolaner, sich viel früher mit Krypto- und digitalen Währungen zu beschäftigen als ihre regionalen Nachbarn, um die grassierende Hyperinflation zu überwinden.

Kryptowährungen sind nicht ohne Risiken, insbesondere angesichts der extremen Volatilität des Bitcoin-Preises, scheinen aber dennoch die bessere Lösung zu sein als Fiat-Währungen der jeweiligen Länder, die starken Inflationen unterliegen.

Das Finanzsystem ergänzen, nicht ersetzen

Das bestehende Finanzsystem in El Salvador wird nicht ersetzt, sondern lediglich durch Bitcoin ergänzt. Der US-Dollar als Landeswährung bleibt also bestehen, auch wenn es künftig eine Annahmepflicht für Bitcoin geben soll. Bitcoin fungiert vielmehr als zweites Sicherheitsnetz. Die Kryptowährung ermöglicht eine grössere Unabhängigkeit vom US-Dollar und kann helfen, die Wirtschaft zu stabilisieren, indem sie den Bürgern eine Alternative bietet.

USA: Bitcoin-Verbot durch Regulierungsbehörden unrealistisch

Sollte El Salvador nun einen Bitcoin-Dominoeffekt auslösen, würden die USA am meisten darunter leiden. Schliesslich kursieren in Lateinamerika viele US-Dollar. Sinkt die Auslandsnachfrage nach dem US-Dollar, bedeutet dies eine Schwächung der USA. Schliesslich ist der Reservewährungsstatus des US-Dollars ein wichtiger Bestandteil der amerikanischen Dominanz.

Die US-Behörden signalisieren zwar bereits eine strengere Krypto-Aufsicht, es bleibt jedoch zu hoffen, dass die USA die lateinamerikanischen Länder nicht unter Druck setzen, von der Einführung von Bitcoin abzusehen.

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