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Basler Bankenausschuss: Strenges Regelwerk für Banken, die Krypto-Assets anbieten

von Lemmy

Der Ausschuss für Bankenaufsicht (BCBS) hat ein Positionspapier für ein strenges Regelwerk für Finanzinstitute empfohlen.

Basler Bankenausschuss: Strenges Regelwerk für Banken, die Krypto-Assets anbieten

Der Basler Bankenausschuss für Bankenaufsicht (BCBS) hat in einem neuen Positionspapier ein strenges Regelwerk für Finanzinstitute empfohlen, die ihren Kunden ein Krypto-Engagement ermöglichen möchten. So müssen alle Banken, die beispielsweise Investitionen in Bitcoin (BTC) anbieten wollen, entsprechende Reserven bereithalten und strengeren Kapitalnormen unterliegen. Damit möchte der Basler Ausschuss Sparer und Anleger gegen Verluste absichern.

Positionspapier sieht strenge Kapitalvorschriften vor

Die Krypto-Adoption ist inzwischen auch im Bankensektor angekommen: Immer mehr alteingesessene Geldhäuser scheinen sich für die neuen digitalen Vermögenswerte zu interessieren. So sorgten zahlreiche Grossbanken wie etwa Goldman Sachs, Morgan Stanley, die Citibank sowie die UBS für Schlagzeilen, als sie ein Krypto-Engagement ankündigten. Seit dem Krypto-Crash im Mai ist es im Bankensektor jedoch ruhig geworden. Ein Engagement in Kryptowährungen könnte die Banken nach dem Basler Bankenausschuss allerdings teuer zu stehen kommen.

USA/EU: Behörden signalisieren eine strengere Krypto-Aufsicht

Der Basler Ausschuss ist ein weltweiter Ausschuss für das einheitliche Vorgehen durch Bankenaufsichten und Zentralbanken. Das bei der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) ansässige Gremium definierte in einem Positionspapier ein Regelwerk, in welchem es strenge Kapitalvorschriften für Finanzinstitute fordert, die ihren Kunden Krypto-Dienstleistungen anbieten wollen.

Dabei werden die Krypto-Assets in zwei Gruppen klassifiziert: Bitcoin und andere Kryptowährungen auf der einen Seite sowie Stablecoins und Tokenized Stocks auf der anderen Seite. Aufgrund der hohen Volatilität werden Kryptowährungen als besonders risikoreich eingestuft. Demzufolge werden manche Krypto-Investments mit den riskantesten Asset-Klassen verglichen, bei denen ein sogenanntes Risikogewicht von 1.250 Prozent gilt.

Finanzinstitute, die ihren Kunden Investitionen in Krypto-Assets anbieten wollen, müssten somit für jeden in Krypto investierten US-Dollar einen weiteren USD in Reserve halten.

Regelwerk setzt ein „Minimum” für Aufsichtsbehörden fest

Schon seit seiner Gründung gibt der Basler Bankenausschuss regulatorische Empfehlungen für Aufsichtsbehörden auf der ganzen Welt heraus. Obwohl die Vorschläge rechtlich zwar nicht bindend sind, werden die Empfehlungen in der Regel übernommen, da die Richtlinien in Zusammenarbeit und Diskussion mit Aufsichtsbehörden und Banken entstehen.

In der Einleitung des Konsultationspapiers merkte der Ausschuss an, dass die Vorschläge ein „Minimum” für Aufsichtsbehörden darstellen würden, sodass nach dem Ermessen der Banken noch strengere Anforderungen möglich sind. Laut dem Schreiben steht es Jurisdiktionen frei, bei Bedarf zusätzliche oder konservativere Massnahmen anzuwenden. Die Regeln würden übrigens auch für dezentrale Finanzen (DeFi) und nicht fungible Token (NFTs) gelten, jedoch nicht für die von Zentralbanken eingeführten Digitalwährungen (CBDC).

Schweiz/Frankreich: Zentralbanken starten ein CBDC-Pilotprojekt

Im Bericht des Basler Ausschusses für Bankenaufsicht werden unter anderem auch Bedenken bezüglich Verbraucherschutzes, Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung sowie CO2-Fussabdruck geäussert, die in Zusammenhang mit Kryptowährungen stehen. Wegen dem Letzteren ist beispielsweise das Öko-Mining mit Geothermie aktuell ein sehr heisses Thema.

Der Bericht stellte auch fest, dass bestimmte Krypto-Assets ein hohes Mass an Volatilität aufweisen und bei steigenden Engagements Risiken für Banken darstellen könnten, einschliesslich des Liquiditätsrisikos, Kreditrisikos, Marktrisikos, Betrugs- und Cyberrisiken, Geldwäsche- und Terrorfinanzierungsrisikos sowie Rechts- und Reputationsrisiken. Und während die Banken das Recht haben, ihren Kunden den Zugang zu Kryptowährungen zu ermöglichen oder auch durch abgelehnte Überweisungen zu verbieten, ist ein Bitcoin-Verbot durch Regulierungsbehörden unrealistisch.

Sollten Aufsichtsbehörden der jüngsten Empfehlung des Basler Bankenausschuss folgen, würde dies den Banken einen entsprechenden Spielraum für ein potenzielles Krypto-Engagement bieten – doch der Preis dafür wäre ziemlich hoch. Zudem kommt die Empfehlung gerade zu einem Zeitpunkt, in dem weltweit ein hoher regulatorischer Druck gegenüber Krypto-Assets ausgeübt wird.

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