Das Ethereum (ETH)-Team hat am Donnerstag ein erfolgreiches Update seiner Blockchain vermeldet: Mit dem Block 12.244.000 im Ethereum-Mainnet ist die Hard-Fork mit dem „Berlin-Update“ live gegangen. Die letzten grossen Updates der zweitgrössten Blockchain und Kryptowährung nach Marktkapitalisierung erfolgten Ende 2019 unter dem Code-Namen „Istanbul“ und „Muir Glacier“.

Noch vor dem Hard-Fork hatte sich der Ethereum-Kurs auf ein neues Allzeithoch begeben und durchbrach zum ersten Mal die 2.500 US-Dollar-Grenze.

Berlin-Update vorrangig auf Sicherheitsaspekte fokussiert

Mit dem neuen ETH-Update „Berlin“ wurden insgesamt vier Protokolländerungen (Ethereum Improvement Proposals, EIP) umgesetzt. Diese werden üblicherweise von der Community oder von den Entwicklern selbst eingereicht und besprochen, bevor letztlich die Implementation in die Blockchain beschlossen oder abgelehnt wird.

Somit sind mit dem Berlin-Hard-Fork die folgenden EIPs online gegangen:

  • EIP-2565, wodurch die Gebühren für die modulare Potenzierung gesenkt werden. Die Exponentialfunktionen bilden eine Grundlage für viele kryptografische Funktionen im ETH-Netzwerk, wie beispielsweise Zero-Knowledge Proofs. Davon werden aber vor allem DeFi– und Stablecoin-Projekte profitieren, die auf Ethereum aufbauen.
  • EIP-2929 erhöht hingegen die Gebühren für bestimmte Smart-Contract-Operationen (Opcodes) und soll die Sicherheit der Blockchain verbessern. Das erstmalige Ausführen dieser Opcodes wird nun dreimal so teuer wie vor dem Update, mit dem Ziel DDoS-Angriffe (Distributed Denial of Service) zu erschweren.
  • EIP-2718 führt einen neuen Transaktionstypen ein, der als künftiges Rahmenwerk für die Einführung neuer Transaktionstypen fungieren soll. Die jeweiligen Transaktionstypen werden abwärtskompatibel mit bisherigen Transaktionen sein.
  • EIP-2930 ist ein Beispiel für einen solchen neuen Transaktionstyp. Diese Protokolländerung erlaubt es Nutzern, für komplexe Transaktionen eine Vorlage zu erstellen, um die Gas-Fees zu senken.

Berlin Hard Fork konnte trotz kleineren Startschwierigkeiten erfolgreich umgesetzt werden.
Probleme gab es bei Netzwerkknoten, die den Ethereum Client „Open Ethereum“ verwenden. Nach 294 Blöcken gab es auch einen Konsens-Fehler, der zu Synchronisierungsschwierigkeiten mit Open Ethereum Nodes führte. Die Fehler konnten aber zeitnah behoben werden.

Umstrukturierung des Gebührensystems erst mit dem „London“-Update

Viele Nutzer zeigten sich enttäuscht von der Erkenntnis, dass das Niveau der Transaktionsgebühren nicht schon mit dem Berlin-Update gesenkt wurde. Das Berlin-Update senkt die Transaktionskosten nur in einzelnen Fällen, während die Gas-Fees erst mit der Implementierung des EIP-1559 auf breiter Fläche sinken werden.

Verbunden: Ethereum-Update „Berlin“ – Gebühren runter, Sicherheit rauf?

EIP-1559 wird das grösste und einflussreichste Update der ETH-Blockchain in den letzten Jahren sein. Dadurch soll das Ethereum-Netzwerk nicht nur schneller, sondern auch günstiger laufen, da die Transaktionsgebühren völlig neu strukturiert werden. Das „London“-Update soll im Juli stattfinden und ist ein weiterer wichtiger Meilenstein bei der Entwicklung des Netzwerks, das Ethereum-Fans und -Anleger im Auge behalten sollten.

In weiterer Ferne liegt auch der vollständige Umstieg auf Ethereum 2.0, was den Wechsel von Proof of Work (=Mining) zu Proof of Stake (=Staking) bedeuten wird. Dadurch sollen viel mehr Transaktionen pro Sekunde als aktuell möglich werden, aber auch der Energieverbrauch der Blockchain gesenkt werden.

In diesem Zusammenhang: Energieverbrauch für Bitcoin ist auf dem Niveau der Schweiz

Derzeit hat Ethereum einen jährlichen Stromverbrauch von 34,35 TWh und einen jährlichen CO2-Fussabdruck von 16,32 Mt CO2, was den Werten eines kleineren EU-Staates entspreche. Eine Transaktion auf der Ethereum-Blockchain verursacht 34,63 kg CO2 und entspricht dem CO2-Fussabdruck von fast 77.000 Visa-Transaktionen.

Ethereum-Kurs zwischenzeitlich auf Allzeithoch

Noch vor dem „Berlin-Update erreichte der Ethereum-Kurs ein neues Allzeithoch und durchbrach zum ersten Mal die 2.500 US-Dollar-Grenze. Der Kurssprung korreliert auch mit der Meldung, dass die Rothschild Investment Corporation, ein institutioneller Investor, 4,75 Millionen US-Dollar in den Ethereum Trust des Krypto-Vermögensverwalters Grayscale investierte. Wie CoinPro.ch berichtete, kaufte Greyscale in den letzten Monaten nicht nur Bitcoin, sondern auch immer mehr Ethereum.

Der Vermögensverwalter Grayscale gehört zu den BTC-Walen der Superlative und hält aktuell 654.885 BTC bzw. 3 Prozent aller Bitcoins, die es jemals geben wird. Vor kurzem hat der Vermögensverwalter angekündigt, über 20 neue Krypto-Finanzprodukte und Altcoins in sein Portfolio aufzunehmen, um es weiter zu diversifizieren.

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