Seit dem 24. Juli 2023 ist Worldcoin (WLD) öffentlich und schlägt bereits grosse Wellen. Doch was ist Worldcoin genau? Wie uns der Token zu einer gerechteren Welt führen soll, aber möglicherweise zum Instrument einer totalitären Dystopie werden könnte.

Wer steckt hinter WLD?

Das Krypto-Projekt wurde 2019 von Sam Altman, Alex Blania und Max Novendstern gegründet. Es erhielt von verschiedenen Firmen 125 Millionen US-Dollar Startkapital. Die Risikokapitalgesellschaft Andreessen Horowitz (a16z) ist Hauptförderer von Worldcoin.

Worldcoin selbst hat seinen Sitz in Berlin und ist eng mit dem in San Francisco ansässigen Unternehmen Tools For Humanity verbunden. Zusätzlich besteht eine gemeinnützige Organisation namens Worldcoin Stiftung, die im schweizerischen Kanton Zug registriert ist. Zug ist der wichtigste Standort für Krypto-Stiftungen der Welt.

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Welches Problem soll Worldcoin lösen?

Worldcoin will einen effektiven Weg bereitstellen, um im Internet zwischen Bots und realen Personen zu unterscheiden. Dadurch soll der Einfluss von Bots verringert werden. Ihren Zugriff auf bestimmte Bereiche des Internets könne man generell verhindern, so der Plan.

Besonders einflussreich könnte diese Idee im Web3 sein. DeFi-Protokolle könnten automatisierte Aktionen von Bots verhindern, indem sie diese ausschliessen. Immer wieder entstehen in diesem Bereich des Kryptomarktes finanzielle Schäden, da Bots beispielsweise Sandwich Attacken durchführen.

Durch eine World ID lässt sich die Teilnahme an Trades durch Bots potenziell verhindern. Ob dieser Plan letztlich wirklich gelingt, ist umstritten – auch deshalb, weil Kritiker den Handel mit der digitalen Identität auf dem Schwarzmarkt erwarten.

Die Angabe persönlicher Daten oder ein Ausweisdokument sind für die Erstellung einer World ID nicht notwendig. Rund zwei Milliarden Menschen, die über keinen Pass verfügen, könnten sich demnach trotzdem registrieren.

Welchen Nutzen hat der Worldcoin Token (WLD)?

Worldcoin hat einen eigenen Token namens WLD. Zunächst startete dieser als ERC-20 auf Ethereum, existiert nun aber vorwiegend auf der Skalierungslösung Optimism, die schnellere Transaktionen zu günstigeren Gebühren erlaubt. Über den Sinn des Worldcoin Token sprechen die Entwickler nur selten und oberflächlich.

WLD soll als digitales Zahlungsmittel dienen und wird jedem Nutzer in regelmässigen Abständen gezahlt, der über eine World ID verfügt. Die Verwaltung des Tokens erfolgt non-custodial in einer eigenen Wallet namens World App, die für Android und iOS verfügbar ist.

Die Herstellung der digitalen Identität ist nicht von der Kryptowährung WLD abhängig. Warum sich die Entwickler dennoch für die Erstellung eines eigenen Tokens entschieden, erklären sie im Worldcoin Whitepaper wie folgt:

Dies ist besonders in der Anfangsphase wichtig, um das Netzwerk zu starten und das «Kaltstartproblem» zu umgehen.

Worldcoin will mit dem WLD einen Anreiz für Nutzer schaffen, um die Registrierungen voranzutreiben. Darüber hinaus wickelte man Investments über die Kryptowährung ab und stattet die Betreiber mit einem eigenen Anteil aus, um Profit vom möglichen Erfolg des Projekts zu erzielen.

Weiterer Nutzen soll durch das Wachstum eines Ökosystems entstehen. “Netzwerkeffekte werden sich letztlich aus nützlichen Anwendungen ergeben, die auf der Finanz- und Identitätsinfrastruktur aufbauen”, so Worldcoin.

Ausserdem hat Worldcoin das Ziel, die Verwaltung des Projekts einst in die Hand der Nutzergemeinschaft zu übergeben. Dieser Schritt würde die Herstellung eines Governance Tokens verlangen – nahe liegt die Nutzung des WLD in diesem Sinne.

Worldcoin WLD Tokenomics Verteilung
Die Token-Allokation der insgesamt zehn Milliarden WLD. Orange: Nutzergemeinschaft, Rot: Entwickler, Blau: Institutionelle Investoren, Violett: Reserve

Warum Kritiker vor einer totalitären Dystopie warnen

Kritiker warnen im Zusammenhang mit Worldcoin vor einer totalitären Dystopie. Das Problem: Um den zentralen Gegenstand hinter dem Projekt – die World ID – zu erhalten, müssen Nutzer die Aufzeichnung biometrischer Daten zulassen.

In Grossstädten platzierte Scanner – sogenannte Orbs – zeichnen die Regenbogenhaut der freiwilligen Nutzer auf. Anschliessend werden die Bilder im Gerät verarbeitet, wodurch ein Iris Code entsteht. Dieser Iris Code ist einmalig und kann nur durch die erneute Aufnahme desselben Auges reproduziert werden.

Dadurch lassen sich Mehrfachanmeldungen ausschliessen. Nach ausgedehnten Tests in Entwicklungs- und Schwellenländern sei dieses Konzept voll funktionsfähig, so Worldcoin.

Das nötige Gerät – der Orb – wird von Tools For Humanity entwickelt und in der fränkischen Stadt Erlangen produziert. Kritik der Zentralisierung nahm sich Worldcoin an und versprach, dass künftig ähnliche Geräte von Dritten produziert werden können.

Laut Worldcoin verwendet man für die Herstellung des Iris Codes asymmetrische Kryptografie. Über den Code selbst kann demnach nicht herausgefunden werden, wie die exakte Iris des Nutzers aussieht. So wolle man Missbrauch verhindern.

Kritiker vermuten jedoch, dass ein Missbrauch doch möglich sei. Sie glauben, dass Zugriff durch Unbefugte – etwa Hacker – ein enormes Risiko für registrierte Nutzer wäre. Darüber hinaus bestehe die Gefahr einer totalitären Dystopie, wenn sie Regierungen die gesammelten Daten zunutze machen.

Aktuell verfügt Worldcoin zwar nur über rund zwei Millionen Nutzer, das Ziel sei es jedoch, mehrere Milliarden Menschen zu registrieren. Das MIT warf dem Unternehmen in der Vergangenheit darüber hinaus unlautere Methoden vor – etwa die Aufzeichnung weiterer Daten abseits der Iris.

Warum stellt WLD ein bedingungsloses Grundeinkommen bereit?

Neben der Herstellung von digitalen Identitäten verfolgt Worldcoin noch ein zweites grosses Ziel. Die Macher sprechen von einer “globalen Angleichung”. Man wolle den globalen Wohlstand verteilen und mit Hilfe des WLD ein bedingungsloses Grundeinkommen bereitstellen.

Dieses Ziel habe man sich gestellt, da ein “kommender technologischer Wohlstand” zu erwarten sei. Dass ausgerechnet Worldcoin von dieser Zukunftssicht spricht, dürfte keine Überraschung sein.

Sam Altman gründete das Projekt zusammen mit Alex Blania. Altman erlangte drei Jahre nach der Gründung breite Bekanntheit als Geschäftsführer und Mitgründer von OpenAI – dem Betreiber der bekannten künstlichen Intelligenz ChatGPT.

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Wie kann man einen Orb in der Nähe finden?

Interessenten können einen Orb in der Nähe des eigenen Standorts innerhalb der World App finden. Darüber hinaus stellt Worldcoin auch auf der eigenen Webpräsenz eine Übersicht verfügbarer Orbs bereit.

In Deutschland befinden sich aktuell zwei der Geräte – im Berliner Einkaufszentrum Alexa und im Erlanger Einkaufszentrum h5. Der im h5 befindliche Orb ist von der Schweiz aus derzeit am nächsten gelegen. In der Schweiz selbst befindet sich nach aktuellem Stand kein Orb.

In Zukunft soll das Netz der Orbs deutlich erweitert werden. Worldcoin will darüber hinaus unabhängige Partner finden, die ihre eigenen Orbs betreiben. Anmeldungen sind auf der Webseite möglich.

Als wichtigsten Markt stuft das in Berlin ansässige Unternehmen Worldcoin Deutschland ein. Die Vorgaben im Umgang mit persönlichen Daten seien hier besonders streng. Auch die Gesellschaft sei besonders kritisch, wenn es um die eigene Privatsphäre geht.

Laut der Marktmanagerin für Deutschland, Friederike Lumbroso-Baumgartner, sei die Idee einfach: Habe man in Deutschland Erfolg, so könne man diesen Erfolg auch in jedem weiteren Land erzielen.

Worldcoin Orb
So sehen die in Erlangen produzierten Orbs aus.

So reagiert die Krypto-Szene auf Worldcoin

Worldcoin ist in der Krypto-Szene sehr umstritten. Der Umgang mit identifizierenden Daten und persönlicher Privatsphäre geniesst hier besondere Vorsicht. Gänzlich unbeliebt ist das Projekt trotzdem nicht.

Einerseits erreicht der WLD Token fünf Tage nach dem Start laut Daten von CoinGecko bereits den 133. Rang nach Marktkapitalisierung mit einem Wert von 288 Millionen US-Dollar. Andererseits äusserten sich bekannte Namen der Szene teilweise als Unterstützer.

Ethereum-Erfinder Vitalik Buterin zeigte sich von der Idee überzeugt. Er glaubt, dass digitale Identitäten nötig seien, um den Einfluss von Institutionen im Internet zu verringern. Ob Worldcoin die endgültige Lösung sei, könne er jedoch nicht beantworten.

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