Die chinesische Krypto-Community war schockiert, als lokale Berichte darauf hinwiesen, dass die Agricultural Bank of China – eine der grössten Geschäftsbanken des Landes – damit begonnen hat, ein nationales Projekt für digitale Währungen und dem Digital Yuan zu testen. In den Berichten wurden Bilder zitiert, die eine neue Anwendung der Agricultural Bank of China zeigten, als auch eine Beta-Version der Anwendung mit den Logos der Agricultural Bank of China.

Im Mittelpunkt des Startbildschirms der Anwendung steht der Begriff „DC“ (Digital Currency). Viele bezeichneten das digitale Yuan-Projekt Chinas bisher als „Digital Currency Electronic Payment“ oder DC / EP, sodass die übereinstimmende Abkürzung für grosses Aufsehen sorgte. Chinesische Krypto-Investoren haben nun mehr Details über das Vorhaben der Chinesischen Volksbank (engl. People’s Bank of China, kurz PBOC) mitgeteilt.

Details über Chinas nationales Krypto-Projekt

Matthew Graham, der Geschäftsführer von Sino Global Capital – einem auf China ausgerichteten Fonds, der sich auf Krypto und Blockchain konzentriert – hat kürzlich auf Twitter mehr Details zum Digital-Yuan-Projekt der PBOC veröffentlicht: „Eine DCEP-Wallet-Anwendung aus einem Test, an dem die Agricultural Bank of China teilnahm, wurde versehentlich veröffentlicht. Es ist das erste Mal ist, dass wir Bilder der funktionierenden DCEP-Wallet-Anwendung sehen, die angeblich Ende 2020 veröffentlicht werden soll“, erklärt Graham.

Wie er feststellt, wird die digitale Währung der PBOC wahrscheinlich in vier Regionen getestet: Shenzhen, Xiong’an, Chengdu und Suzhou. Der Krypto-Investor ist überzeugt, dass diese Standorte wahrscheinlich deshalb ausgewählt wurden, weil sie als die Heimat von Technologietalenten gelten – insbesondere Shenzhen, das als Chinas Silicon Valley bezeichnet wird. Wie die veröffentlichten Details suggerieren, ähnelt die App strukturell der Alipay und Tencent’s WeChat Pay, jedoch mit wenigen Ausnahmen: Die DC / EP-Wallet ermöglicht es auch, die Transaktionen offline abzuschliessen, um die Bankbestände in den Krypto-Yuan umzuwandeln.

Digital Yuan: Guter Zeitpunkt für den Start des Pilotprojekts

Obwohl es so aussieht, als ob bereits grosse Fortschritte erzielt wurden, ist es schwer vorherzusagen, wann die Regierung von Peking das Produkt vollständig auf den Markt bringen wird. Nach Angaben der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) – der sogenannten „Zentralbank der Zentralbanken“ – könnte der Zeitpunkt für den Start dieses Pilotprojekts nicht besser sein. Die BIZ erläuterte in einem Bericht, dass der weltweite Ausbruch des COVID-19 die Abneigung der Öffentlichkeit gegen Bargeld beschleunigt hat.

Als Antwort darauf kommen die bereits bestehenden digitalen Systeme wie WeChat Pay (China) und Google Pay (westliche Welt) immer stärker zum Vorschein und werden auch die Krypto-Assets von Zentralbanken wahrscheinlich beschleunigen: „Ausfallsichere Zahlungsinfrastrukturen, die von Zentralbanken betrieben werden – einschliesslich digitaler Währungen (CBDCs) für Zentralbanken im Einzelhandel – könnten schnell an Bedeutung gewinnen“, heisst es im Bericht.

BIZ befürwortet die Einführung von CBDCs

Die Forderung nach CBDCs könnte durch die Coronavirus-Krise noch stärker in den Fokus rücken und die Bedeutung des Zugangs zu verschiedenen Zahlungsmitteln hervorheben. Es ist dringend notwendig, dass alle Zahlungsmittel gegen solche Bedrohungen resistent sind. Aus diesem Grund befürwortet die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich die Einführung von CBDCs als alternatives Zahlungsmittel wegen der Corona-Krise.

CBDCs sind zum Zeitpunkt ein grosses Thema in Asien. Mittlerweile hat auch die Bank of Korea (BOK) ihren 22-monatigen Pilotplan zu digitalen Währungen vorgestellt und folgt damit anderen Weltmächten. Damit schliesst sich die BOK anderen grossen westlichen Zentralbanken an, die Anfang dieses Jahres eine gemeinsame Arbeitsgruppe für digitale Währungen gebildet haben. Auch die Schweiz ist mit der SNB dabei.

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