Laut jüngstem Bericht der multinationalen US-Investment Bank Morgan Stanley werden digitale Währungen der Zentralbanken die bestehenden Kryptowährungen nicht ersetzen und stellen keine Bedrohung für das Krypto-Ökosystem dar. Die Investmentbank Morgan Stanley gilt als ein grosser Befürworter von Bitcoin und ist zugleich die erste grosse US-Bank, die ihren Kunden Zugang zu Bitcoin-Fonds bietet.

Kryptowährungen und CBDCs können koexistieren

Die Analysten von Morgan Stanley, darunter der Chefökonom Chetan Ahya, diskutierten in einem in der vergangenen Woche veröffentlichten Bericht die Auswirkungen digitaler Währungen der Zentralbankwährungen (Central Bank Digital Currency, CBDC) auf Bitcoin und andere Kryptowährungen. Die Experten sind sich einig, dass die Verwendung und Attraktivität von Kryptowährungen und digitaler Währungen der Zentralbank unterschiedlich sind.

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Die Bank ist der Ansicht, dass beide Arten digitaler Währungen nebeneinander existieren können, da sie unterschiedlichen Zwecken dienen und unterschiedliche Anziehungspunkte haben. Wie die Bank feststellte, werden souveräne digitale Währungen tatsächlich das Potenzial haben, nationale und internationale Transaktionen zu vereinfachen, jedoch keine Bedrohung für bestehende und etablierte Kryptowährungen darstellen.

Die Analysten der Bank glauben zudem, dass Kryptowährungen und andere dezentrale Vermögenswerte verschiedene Anwendungsmöglichkeiten haben – und diese Vielseitigkeit macht sie umso attraktiver für potenzielle Investoren.

Morgan Stanley: Krypto-Investoren sind Anhänger der Dezentralisierungsidee

Der Chefökonom der Bank, Chetan Ahya, ist davon überzeugt, dass die meisten Investoren bereits Anhänger der Dezentralisierungsidee seien. Für digitales Zentralbankgeld wäre es deshalb schwierig, mit bereits etablierten Kryptowährungen zu konkurrieren, da diese flexibler sind, als Wertspeicher fungieren und eine Dezentralisierung verkörpern. Das Letztere ist vom grössten Vorteil, da Teile der Öffentlichkeit kein Vertrauen mehr in Fiat-Währungen haben.

Doch die Finanzinstitute und Banken haben geteilte Meinungen zu Bitcoin. Während PayPal, VISA oder etwa Goldman Sachs bereits auf Kryptowährungen setzen, stehen andere Institute wie HSBC diesen feindselig gegenüber. So setzte die britische Bank HSBC die Aktien von Microstrategy auf schwarze Liste, nur weil das Unternehmen Anteile seines Vermögens in Bitcoin hält bzw. investiert.

Kryptowährungen als Geldspeicher und spekulativer Vermögenswert

Die Analysten erklärten, dass die Verwendung und Attraktivität von Kryptowährungen und digitaler Währungen der Zentralbank unterschiedlich sind. Sie fügten hinzu, dass Kryptowährungen sowohl ein Geldspeicher als auch ein spekulativer Vermögenswert sein können.

Immer mehr Experten bezeichnen die führende Kryptowährung als Wertspeicher, darunter die US-Senatorin Cynthia Lummis und der Präsident der Federal Reserve Bank von Dallas, Rob Kaplan. Sogar der Bitcoin-Kritiker Roubini gesteht, dass Bitcoin ein Wertspeicher ist.

Experten warnen: CBDCs grosses Risiko für das Finanzsystem

Laut Morgan Stanley haben die makroökonomischen Bedingungen erheblich zur wachsenden Attraktivität Bitcoin & Co. beigetragen. Das Interesse der Anleger an Krypto-Assets ist wegen der beispiellosen geld- und fiskalpolitischen Reaktion auf die Pandemie nur zusätzlich gestiegen.

Im Gegensatz dazu kommentierte Morgan Stanley in dem Bericht, dass die von der Regierung unterstützten digitale Währungen wahrscheinlich das grösste Risiko für das Finanzsystem darstellen würden. Viele Experten sind deshalb auch gegen die Idee von Zentralbankwährungen und behaupten, Zentralbanken würden den Geldfluss vollends dominieren und das Ökosystem in Unordnung bringen.

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Starke Unterschiede zwischen CBDCs und Kryptowährungen

Morgan Stanley glaubt, dass CBDCs sich auch deshalb stark von Kryptowährungen unterscheiden würden, da es unwahrscheinlich ist, dass sie Blockchains verwenden. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ebenfalls erklärt, dass CBDCs wenig mit Kryptowährungen zu tun haben, die die Bank als spekulative Vermögenswerte und nicht als tatsächliche Währungen ansieht.

Immer mehr Zentralbanken sind zunehmend daran interessiert, ihre eigenen digitalen Währungen auszugeben. Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) befürwortet die Einführung von CBDCs, nach deren Angaben bereits 86% der Zentralbanken der Welt digitale Währungen in unterschiedlichen Phasen untersuchen.

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